[sticky post]Avatar von James Cameron: Ein rassistisches Machwerk und trotzdem ein großes Kunstwerk
parisi1

Es wird bei Besprechungen zu Camerons Avatar gesagt, daß die Handlung schlecht oder vorhersehbar ist aber dafür die 3D Effekte toll sind.

Ich bin anderer Ansicht.

Dies weil ich meine, daß die Diskussion auf die großartigen Effekte - ja eigentlich die Effekte selber - den Blick auf die Handlung verstellen.

Eigentlich ist der Film vielfältig interpretierbar aber auf jeden Fall ist erkennbar, daß die Aufarbeitung der Kriege in Afghanistan und Vietnam, gegen die Indianer und gegen Nazideutschland in die Kinosessel verlegt werden. Klar, bei dem letzten Schauplatz hat es einige aus dem Sessel geworfen, denn Camerons Drehbuch läßt keinen Zweifel an der Sympathie für die Ureinwohner. Müssen die wirklich immer die Guten sein?
Diese Frage wird im Film gar nicht gestellt und dadurch uneingeschränkt zugunsten der Ureinwohner beantwortet.

Aber nur vordergründig denn man könnte sich im übrigen ja auch auf den Standpunkt stellen, wir seien die Blauen und eine fremde Macht käme um irgendwas mitzunehmen auf das wir großen Wert leben - den Sauerstoff zum Beispiel . Natürlich würden sich auf der Erde zwei Fraktionen bilden von denen die Eine sagt, daß wir genug davon haben und die andere den Fremden die Luft zu atmen nicht gönnt. Das würde dann im wissenschaftlichen Diskurs - analog Klimadiskussion- oder mit der Waffe in der Hand ausgefochten.

Aber die Eindringlinge wollen ja nur das Unobtainium (engl. unobtainable „nicht beschaffbar“) haben, daß für die Ureinwohner außer dem Platz wo es dummerweise liegt, keine Bedeutung hat. Für die Aliens aber hat das Unobtanium eine große Bedeutung, da damit ihre gesamt Spezies auf nicht näher erklärte Weise gerettet werden soll (Öl, CO2, Carbon, Gold, Brot???), weil sie wohl  ihren Planeten (Erde?) vermüllt haben. Im Gegensatz zu den Indianerkriegen, zu Vietnam und zu Afghanistan, wo es immer um ALLES ging, gäbe es hier möglicherweise einen Verhandlungs- und Lösungsspielraum, der intelligent genutzt werden müßte und über den die Soldaten sogar auch nachdenken.

Aber warum werden dann die Ureinwohner - das ist nrgends bei Besprechungen des Films  aufgefallen - als so ultrasaublöd dargestellt? Es gibt keine Verhandlungs- oder Verteidigungsstrategie gegenüber den Eindringlingen und die internen Entscheidungsprozesse werden im wesentlichen als Schlägerei dargestellt.
Ob der Film deswegen ein Erfolg ist, weil die Intelligenz der "Anderen" ganz offensichtlich auf einem außerordentlich niedrigen Niveau liegt? Und diese Leute sind zu allem Überfluß ausgemachte Faulpelze. Sie leben zwar im Einklang mit der Natur aber das so sehr, daß man an keine Stelle Hinweise auf ihr Wirken sieht. Das sind wir von anderen Lebewesen, die auch eine kräftig blaue Hautfarbe haben, anders gewohnt. Von denen wissen wir, daß sie pfiffig und fleißig sind und Brücken und Staudämme bauen.

Noch nicht mal die Drachen sind ordentlich erzogen.

Und was sollen wir daraus schließen, daß Jake, der ja nur ein Soldat ist, innerhalb von ca. 2 Monaten (die zeitlichen Dimensionen kennen wir ja, da ihm ja diverse Ultimaten für seine Leistungserbringung gemacht werden) nicht nur die Sprache sondern auch alle anderen kulturellen Fertigkeiten der Ureinwohner lernt? Doch wohl nur, daß da nicht so arg viel zu lernen ist.
Man kann und eigentlich muß man an dieser Stelle Cameron vorwerfen, daß er den Kinobesuchern massive rassistische Vorurteile gegenüber fremden Ethnien nahelegt.

Science Fiction Filme handeln ja nur scheinbar in der Zukunft. Bis auf Jules Vernes, dem dies ja auch erfolgreich gelungen ist, geht es nicht um die Zukunft sondern um die eigene Seele, die sich in fremden Welten und in tollen Raumkreuzern widerspiegelt. Und seit dem Krieg der Sterne wissen wir, daß es auf Raumschiffen und in fernen Galaxien auch mal ganz schön dreckig sein kann - wie im Inneren des einen oder anderen.
Der Film ist auch und gerade wegen seiner Handlung ein großes Kunstwerk. Er zeigt die Sicht amerikanischer Linksintellektueller, die sie auf sich, auf die amerikanisch/europäische Zivilisation und auf diesen Planeten haben.

In allererster Linie aber erlaubt er einen Blick in ihre Seele.


Das Märchen vom Wiederaufbau durch die Türken
parisi1
Dem ist mit Fakten entgegenzutreten und das ist ja auch möglich:

Da ist zum einen
welches sich nicht nur aber vor allem auf Diplomatische Tauschgeschäfte - Heike Knortz - Google Books bezieht, daß wir dankenswerterweise (dank geht an Google-Books) sogar weitgehend im Volltext zur Verfügung haben. Das Buch von Frau Knortz wiederum basiert auf dem Studium der Akten des Außen- und Wirtschaftsministeriums. Der Artikel 50 Jahre Migration: Erste Türken in Deutschland | Gesellschaft | ZEIT ONLINE bezieht sich auf die von der türkischen Botschaft bestätigte Verbalnote des Auswärtigen Amtes vom 30. Oktober 1961 505-83SZV-92.42, die vermutlich auch dem Buch von Frau Knortz entnommen ist.

Ich erlaube mir der Einfachheit halber mal aus wikipedia zu zitieren:

Zitat:
Im Herbst 1961 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkische Republik ein Abkommen zur zeitlich begrenzten Anwerbung von Arbeitskräften ab.[1] Die Initiative zum Abschluss dieses Abkommens ging hierbei von der Türkei aus. Durch die Geldüberweisungen der Gastarbeiter in die Türkei sollte das Handelsbilanzdefizit der Türkei im Handel mit Deutschland durch Überschüsse in der Übertragungsbilanz kompensiert werden, um die türkische Leistungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland gegenüber auszugleichen. Die türkische Regierung nahm hierbei Bezug auf einen ähnliches 1955 zwischen Deutschland und Italien geschlossenes Anwerbeabkommen (Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien), welchem die gleiche Motivation zugrund lag.[2] Neben der Verbesserung der türkischen Handelsbilanz gegenüber der Bundesrepublik Deutschland erhoffte sich die Türkei, auch durch die Rückkehr der in Deutschland mit moderneren Produktionstechniken vertraut gewordenen Arbeitskräften im Rahmen des vereinbarten zweijährigen Rotationsprinzipes, eine Effizienzsteigerung der eigenen Industrie (Know-How-Transfer).[3]

Zunächst reagierte die Bundesregierung zurückhaltend auf das Angebot. Arbeitsminister Theodor Blank lehnte das Angebot zunächst ab. Da er die kulturell-religiöse Distanz und mögliche aus dieser resultierende Konflikte als zu groß einschätzte, des Weiteren bestünde zunächst auch kein Bedarf an türkischen Arbeitskräften da das Potenzial an deutschen Arbeitslosen aus strukturschwachen Regionen noch nicht hinreichend ausgeschöpft sei. Aufgrund des außenpolitischen Drucks der USA, welche nach der geostrategisch motivierten Aufnahme der Türkei in die Nato dieses Land ökonomisch stabilisieren wollte, übernahm das bundesdeutsche Außenministerium, im Gegensatz zum ursprünglich zuständigen Arbeitsministerium die Verhandlungsführung mit der türkischen Republik.



Diese Beweggründe werden auch in Gastarbeiter – Wikipedia belegt:

Zitat:
Bernhard Ehmke, Bundesarbeitsministerium, umriss am 9. November 1954 in einer Besprechung die Lage mit den Worten: „Intensiver… Drang des Auslandes, in der deutschen Wirtschaft Arbeitskräfte unterzubringen. [Kein Ministerbesuch vergeht,] bei dem diese Frage nicht Punkt 1 ist.“ Er nannte besonders Italien und Spanien. [4] Nach einem Jahr italienischen Drängens, wobei die dortige hohe Arbeitslosigkeit die Hauptrolle spielte und innenpolitische Folgen bis hin zu kommunistischen Unruhen befürchtet wurden,[5] sowie hinhaltender Verhandlungsführung des Bundesarbeitsministeriums setzte ein Bündnis aus Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, Auswärtigem Amt und Bundesminister für besondere Aufgaben Franz-Josef Strauß bei Adenauer durch, dass auf die italienischen Bitten einzugehen sei. Motive waren dabei für den Bundeswirtschaftsminister das Außenhandelsdefizit Italiens, das einen weiteren Absatz deutscher Güter in Italien bedrohte, für das Auswärtige Amt die Generallinie der Verbesserung der Beziehungen nach der zuletzt zwischen beiden Seiten konfliktreichen Kriegszeit und für Strauß die Furcht vor Forderungen nach Lohnerhöhungen seitens deutscher Gewerkschaften.[6] Der Bundesarbeitsminister Storch dagegen, so Heike Knortz, "hatte zwar in Anbetracht anhaltender Arbeitslosigkeit zunächst noch die öffentliche Meinung einschließlich der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften hinter sich, unterlag aber schon bald dem vom Auswärtigen Amt bereits während der Verhandlungen mit Italien generierten Primat der Außenpolitik."[7]



Es gab also für den Vorgang alle möglichen Gründe aber generell galt bei allen diesen Abkommen als Bewegrund in erster Linie folgendes:

Zitat:
Bei Abschluss des Abkommens standen die außenpolitischen Ziele der Nato, sowie die innenpolitischen und wirtschaftlichen Ziele der Türkei im Vordergrund. Insbesondere erhoffte sich die Türkei einen Rückgang der hohen türkischen Arbeitslosenzahlen, welche durch ein dauerhaft über dem Wirtschaftswachstum liegendes Bevölkerungswachstum verursacht waren


Der Bedarf an Arbeitskräften oder die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hat bei allen diesen Verhandlungen nicht die geringste Rolle gespielt.

Tatsächlich hat sich das dann auch eher negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ausgewirkt:

Zitat:
Häufig waren dies Arbeitsplätze in Branchen, welche sich durch den Strukturwandel zu einer starken Senkung der Arbeitskosten gezwungen sahen (z.B. in der Leder- und Textilindustrie). Der Strukturwandel in diesen Branchen wurde mithilfe dieser kostengünstigen Arbeitskräfte zeitlich etwas hinausgeschoben. Durch die Verfügbarkeit kostengünstiger Arbeitskräfte unterblieb jedoch eine wirtschaftlich-technologische Effizienzsteigerung, welche eine längerfristige Bewältigung des Strukturwandels ermöglicht hätte und viele dieser Unternehmen überlebten die schwere wirtschaftliche Rezession Anfang der 1970er Jahre nicht. Andere überlebten die Strukturkrise durch eine Verlagerung der Arbeitsplätze ins kostengünstigere Ausland. Insbesondere die deutsche Textilindustrie verlegte viele besonders arbeitsintensive Produktionseinrichtungen nach Jugoslawien und Nordafrika.[7]
auf deutsch: Durch die Hereinnahme dieser Arbeitskräfte wurde ein sowieso notwendiger Strukturwandel nur verschoben und ein - wenn überhaupt - notwendiger Arbeitskräftebedarf hätte sich viel leichter aus diesen Branchen decken lassen, die dann etwas später sowieso verschwunden sind.

Insgesamt ist das Gegenteil dessen, was Dein Gesprächspartner sagt oder zu wissen glaubt, richtig.
Nicht die Arbeitsmigration ermöglichte den wirtschaftlichen Aufschwung sondern der starke Aufschwung der 50er Jahre zog Arbeitskräfte an.

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Noch mehr Mohammed,- Mohammedaner- und Islam-Karikaturen. Diesmal aus Spanien
parisi1


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Weiß Einer wer Mohammed ist ?

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Überschrift: In einer Ecke in Kalifornien wird ein Film gedreht und es ärgert sich ein Mohammedaner aus Libyen.
Dialog:
Heh,Bruder
hast Du diesen unerträglichen blasphemischen Film gesehen ?

Wie soll ich ihn sehen, Kino ist doch verboten


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Überschrift: Es kommt die letzte Ausgabe von Charly Hebdo in Frankreich heraus.......
Dialog:
Blasphemie. Diese abscheulichen Bilder in den Kiosken !

Was ist ein Kiosk ?


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Überschrift: Die Muslime wollen sich nicht darüber informieren, dass sie schwerwiegend beleidigt werden durch eine weltweite Verschwörung von ungläubigen Zeichnern.
Aber es gibt immer einen fundamentalistischen Imam, um sie zu informieren.
Dialog:
Aufgepasst ! 24 Stunden lang werden wir niemanden enthaupten,der einen Film anschaut, liest, im Internet surft oder Musik hört, damit ihr alle Filme, Zeitschriften und You Tubes kennen lernt, die den Propheten beleidigen!

Was ist You Tube ?


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Im Textblock: Damit wir uns verstehen :

man beleidigt den Propheten
nicht, wenn man

in seinem Namen Ungläubige massakriert,
jemanden enthauptet weil er Musik hört,
Homosexuelle hängt,
ein 12-jähriges Mädchen mit Down Syndrom wegen Blasphemie
ins Gefängnis steckt,
Frauen steinigt, die vergewaltigt wurden .....

Man beleidigt Mohammed, wenn man

Karikaturen zeichnet .


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Überschrift:Wenn sie sich beleidigt fühlen, diese Scheinheiligen, gehen sie nicht vor Gericht, damit das Gesetz sie schützen könnte.
Mohammedaner:
Wir haben kein Vertrauen in das langsame Gericht der Ungläubigen.
Das islamische Gesetz dagegen ist schnell.Darin wurden schon vor 1.500 Jahren alle Strafen nieder geschrieben, die schon jede Art Sünde vorweg nahmen, die noch nicht einmal erfunden waren.



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Es ist die Meinungsfreiheit.
Wir sind jetzt tolerant und prompt wissen wir, dass dies die erste Art sie zu beleidigen war, auf einer langen Liste :
Liste:
Karikaturen des Propheten zeichnen .
Radio hören,wenn es eingeschaltet ist
unter der Dusche singen
keinen Bart tragen
einen Bart tragen
Die Frisur von Bieber (wahrscheinlich justin bieber)


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Überschrift: Frankreich schließt Botschaften wegen der Mohammed Karikaturen.
Aber wohin führt das noch ?
Mullah:
Diese verdammten Ungläubigen haben damit begonnen, uns anzugreifen, indem sie Selbstmorde auf humoristisch/ lächerliche Art darstellen.

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Die neuen Karikaturen von Charlie Hebdo zur muslimischen Raserei
parisi1

Coverfoto von Charlie Hebdo:
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„Verspotten ist verboten!“ Die Szene spielt auf den Film „Ziemlich beste Freunde an“, der im französischen Original „Intouchables“ heißt.

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Überschrift: Die Dreharbeiten zum Skandalfilm über Mohammed
Darsteller: Bist Du sicher, daß Mohammed Sex mit einem Schweinskopf hatte?
Kameramann: Ich habe nicht das Geld für eine neunjährige Prostituierte (pute: abwertender Slangbegriff)


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Mohammed: Ein Stern ist gekommen

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Überschrift: Ein Film, der in der muslimischen Welt für Aufregung sorgt.
„Und mein Hintern, liebst du meinen Hintern?“ Die Karikatur zitiert aus dem 1963 gedrehten Godard-Film „Die Verachtung“ in dem Brigit Bardot das sagt.


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Überschrift: „Hört auf mit dem Blödsinn über Mohammed!"
Sprechblase:"Ich bin Jude!“


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Überschrift: Salafistische Dummheiten: "Jeder Vorwand ist ihnen recht.“
Mohammedaner: Schon wieder eine Beleidigung unseres Propheten!


Die folgende Karikatur bezieht sich auf die Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der britischen Herzogin Kate Middleton durch das französische Klatschagazin Closer.Image
die ich hier mal online gestellt habe.
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Aufruhr in den arabischen Ländern nach der Publikation der Fotos von Madame Mohammed

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Überschrift: Ein dummer Film über den Islam entfacht die Wut der Integristen
Mohammedaner: Zeigt uns einen intelligenten Film und er wird den 3. Weltkrieg entfachen.


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Er trinkt nicht
Er raucht nicht
Er nimmt keine Drogen
Er hat keinen Sex
Mein Sohn ist Salafist!


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Überschrift: Mohammed senkt die Arbeitslosigkeit
Hinweise: Filmkritiker


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Mohammedaner: Mit meinem neuen Iphone5 mit großem Bildschirm kann man perfekt sehen, daß sie den Propheten beleidigen.

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Überschrift: Zusammenrottungen der arabischen Welt: Ein Risiko für Obamas Kandidatur?
Mohammedaner: Ja wir brennen!


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Überschrift: Die arabische Welt empört sich über einen Mohammed-Film
Mohammedaner: Nein, das ist bloß die Tagesschau


Marxismus, Occupy, Volksgemeinschaft und die muslimische Beschörung der Einheit von Glaube, Politik
parisi1
www.libri.de/shop/action/productDetails/17108886/necla_kelek_chaos_der_kulturen_3462044281.html

Buch der Woche: Chaos der Kulturen

 
Chaos der Kulturen | Leseprobe

Ursache und Umgang

"Integrationspolitik ist immer noch fast ausschließlich Sozialarbeit. Es wird versucht, soziale Benachteiligung mit Geld auszugleichen. Der Immigrant wird dabei zum unmündigen Empfänger von Fürsorge. Ich halte das für grundfalsch."

(Foto: Barbara Sax/AFP/Getty Images)

»Wir haben das Recht, wenn wir Dostojewski gelesen haben, an Goethe Kritik zu üben. Aber zunächst müssen wir ihn verteidigen.« – Hans Scholl

Über die Freiheit im Islam (2010)

Ich bin 1991 nach dem Fall der Mauer in die neuen Bundesländer gegangen, wo ich in Greifswald, Neubrandenburg und Wolgast ehemalige Verwaltungskräfte »auf Demokratie« geschult habe. Für mich war das ein großes Glück und die Chance, in Lohn und Brot zu kommen. Und dabei zu sein, wenn Deutschland sich wieder vereint. Wie für viele andere »Wessis«, die zwar ein Lehrerdiplom in der Tasche, aber keine Anstellung im Westen fanden, ergriff auch ich die Gelegenheit beim Schopfe. Mit viel Geduld ertrugen die neuen Bundesbürger ihre Situation, sie waren meist neugierig und offen für die viele Themen, die von ihnen nun neu bedacht und bearbeitet werden mussten.

Ich unterrichtete Arbeits-, Sozial- und Staatsrecht. Meine »Schüler« waren ehemalige Mitarbeiter der Stadt- und Bezirksverwaltungen, die in zweijährigen Kursen auf ein neues Gesellschaftssystem »umgeschult« werden sollten. In einem Kurs hatten die Teilnehmer die bisherigen Dozenten abgelehnt; sie wollten sich von den »Besserwessis« nichts erzählen lassen. Ich wurde zu den »Rebellen« geschickt und sollte einen letzten Versuch wagen, die störrische Klasse zu gewinnen. Als gebürtige Türkin war ich nach Ansicht der Schulleitung »politisch unbelastet«.

Ich erinnere mich noch genau an den 11. November 1992: Als ich in die zum Unterricht vorgesehene Aula kam, waren die ersten Reihen leer. Die etwa 35 Teilnehmer, vornehmlich Männer mittleren Alters in Strickjacken und Anzügen, hatten sich in die letzten Reihen gesetzt, die Stühle umgedreht und wandten mir den Rücken zu. Was tun? Ich begann, ohne mich um den Afront zu kümmern, mit dem Unterricht. Mein Thema: »Was ist ein Staat?« Ich zeichnete Schaubilder an die Tafel und redete und redete. Wie damals in Istanbul, als ich den Kindern Kino vorspielte oder als 14-Jährige für mich allein Konzerte auf dem Küchentisch gab. Ich war in meinem Element. Auch ohne Publikum hatte ich Lust an der Darstellung – darin kannte ich mich schließlich aus. Und ich konnte nachvollziehen, wie fremd die vor mir sitzenden neuen Bundesbürger sich fühlten, als sie von Freiheit, Demokratie und Persönlichkeitsrechten hörten. Aber ich war stolz darauf, gerade dieses Fach zu unterrichten.

Für die ehemaligen Bürger der DDR war »Freiheit« nicht unbedingt das, was in der westlichen Gesellschaft darunter verstanden wurde. Freiheit war im DDR-Sprachgebrauch nach Friedrich Engels »die Einsicht in die Notwendigkeit«, also in das, was wissenschaftlich angeblich bewiesen war, konkret, was die Partei beschlossen hatte. Freiheit war ein kollektives Gut, denn »erst in der Gemeinschaft [mit anderen] hat jedes Individuum die Mittel, seine Anlagen nach allen Seiten hin auszubilden; erst in der Gemeinschaft wird also die persönliche Freiheit möglich«, so Marx und Engels. Mit dieser Freiheit war die politische Freiheit des Kollektivs gemeint, nicht die individuelle Freiheit. Diese wurde im Sozialismus eher als »Problem«, als bürgerlicher Individualismus, gesehen. Das Kollektiv bildete eine Ordnung, »in der Gesellschaft, Staat und Wirtschaft ... verschmolzen waren und Glaube, Wahrheit, Politik und Moral eine Einheit bildeten«. Der Lohn für die Preisgabe des Individualismus war der Wohlfahrtsstaat, der fortan für alle Lebensrisiken haftbar gemacht wurde und den Bürger entmündigte, wie Ulrike Ackermann in ihrem Buch »Eros der Freiheit« festhielt. Die Folge sei das Schwinden von Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und der Fähigkeit, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen, die individuelle Freiheit im Sinne persönlicher Autonomie auszukosten. Bereits vor dem Fall der Mauer hatte der Bürgerrechtler Rolf Henrich in seinem Buch »Der vormundschaftliche Staat« analysiert, wie der DDR-Staat seine Bürger zu Mündeln und damit zu Opfern der Politik gemacht hatte.

Erst als ich meinen Schülern in Neubrandenburg nach einiger Zeit die Frage stellte: »Wer ist denn nun das Volk?«, und dabei ein großes Fragezeichen hinter das Wort »Volk« malte, fühlten sich die ehemaligen Mitglieder des »Kollektivs« angesprochen, und die Ersten drehten sich um und lachten. Sie waren das Volk, das nun frei war, aber auch lernen musste, sich »aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit« (Kant) zu befreien. Und auch lernen musste, dass politische und individuelle Freiheit sich unterscheiden; dass Freiheit gelernt sein will und dass dies auch bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, für sich und die Gemeinschaft.

Ich konnte die Vorbehalte gegen das, was da auf sie zukam, sehr gut nachvollziehen. War doch mein Weg aus der muslimisch-türkischen Community in die individuelle Freiheit von ähnlichen Ängsten begleitet gewesen. Auch wenn in Sachen Frauenrechten, Selbstständigkeit und vielen anderen Dingen nicht vergleichbar, gibt es Gemeinsamkeiten von Kollektivgesellschaften. Auch die islamische Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen, stellt den Einzelnen in den Schutz des Kollektivs, deiniert den Menschen als Sozialwesen und nicht als Individuum. Im Koran findet sich eine Reihe von Versen über die Gemeinschaft, der folgende beschreibt die islamische Botschaft am deutlichsten: »Ihr Gläubigen seid die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen entstanden ist. Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was verwerflich ist, und glaubt an Gott« (Koran Sure 3, Vers 110).

Eine Religion, die den Menschen nicht nur spirituell den Weg weist, sondern beansprucht, politische und lebensprägende Autorität zu sein, eine Religion, die ausdrücklich die Einheit von Glaube und Politik, Privatem und Politischem beschwört, bildet eine politische, kulturelle und religiöse Identität heraus, bei der sich Religion, Kultur und Politik nicht mehr voneinander trennen lassen. Der Spruch der 68er-Bewegung »Das Private ist politisch« findet hier seine Entsprechung. Das Private wird religiös bestimmt und die Tradition religiös legitimiert. Die Religion geht mit den jeweiligen ethnischen und tribalen Traditionen eine Verbindung ein, schafft eine geistige Übereinstimmung, die das Spirituelle, den Glauben, zu seiner Reproduktion gar nicht mehr braucht.

Eben weil Muslime individuell immer wieder einen ganz eigenen Islam beschwören und sagen, dies oder jenes habe nichts mit dem Islam zu tun, weil sie betonen, dass es »den Islam« gar nicht gebe, weil er überall anders sei, weil sie den Koran und die Traditionen mal so und mal so interpretieren – eben deshalb müssen wir uns an die Fakten halten, an den Islam, wie er sich uns sozial, politisch und religiös darbietet. Der Islam ist das, was in seinem Namen gelebt wird. Bevor ich dies erläutere, möchte ich einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Freiheit in der westlich-europäischen Gesellschaft unternehmen, damit klar wird, über welche Dinge und Werte wir sprechen.

»Weltgeist der Vernunft«

Die Polis, der Stadtstaat der griechischen Antike, war die erste staatliche Organisation, die die Gleichheit der Bürger, allerdings nur der freien Männer, vor dem Gesetz gewährleistete. Aristoteles (384–322 v. Chr.) propagierte die Herrschaft des Gesetzes, also die Rechtsstaatlichkeit vor allen Despoten und Göttern. Ein Regime, in dem das Volk und nicht das Gesetz regiert, sei deshalb keine Herrschaft der Freiheit, schrieb er. Und so verdanken wir den Griechen nicht nur die Demokratie, sondern auch das Rechtssystem. Dies wurde von Cicero (106–43 v. Chr.) in Rom erweitert. Er verfolgte nicht nur das Konzept der humanitas, sondern auch das Streben nach studia humanitatis, Bildung, und schuf die Grundlagen des Personenstands- und des Eigentumsrechts. Eine der Voraussetzungen, dass sich die persona, das unabhängige Individuum, entwickeln und vom Kollektiv des Stamms (oder sogar der Familie) lösen konnte. Judentum wie Christentum folgten der Idee der Gleichheit vor Gott, und mit Jesus Christus wird die individuelle Verantwortung eine Kategorie des Handelns.

Das sind Werte, die im Weltbild des im 7./8. Jahrhundert sich herausbildenden Islam in den autoritativen Texten so keine Rolle spielten. Die »gleiche Freiheit« der Antike wurde dort zur »gleichen Hingabe oder Unterwerfung unter den Willen Allahs«. Der Theologe Thomas von Aquin (1225–1274), den der islamische Gelehrte Averroes mit seinen Übersetzungen der Schriften des Aristoteles inspirierte, definierte den Menschen als Subjekt, als Handelnden der Geschichte, und attestierte ihm Willensfreiheit auch in den Beziehungen zu Gott.

Gleichzeitig fielen im islamischen Kulturkreis die auch unter den ersten muslimischen Herrschern bis dahin hochentwickelten Wissenschaften der Mathematik, der Medizin und der Philosophie durch die »Versiegelung« des Korans durch die Hanbaliten und Al-Ghazali im Laufe der Zeit in die Bedeutungslosigkeit. Die Imame und Rechtsgelehrten hatten kein Interesse an den Wissenschaften, die sich aus den griechischen, persischen und indischen Kulturen speisten und im Bagdad des 8. bis 10. Jahrhunderts, dem sogenannten Goldenen Zeitalter, ihre Blüte erlebt hatten.

Für sie war im Koran alles gesagt und gedacht – ein für alle Mal. Die kulturelle Erinnerung an die Antike in der westeuropäischen Renaissance des 14. Jahrhunderts, der auf kommende Buchdruck und die Reformation Luthers führten in Europa zu einer Weiterentwicklung auch des Individualismus. Mit der Herausarbeitung der Autonomie des Subjekts kam es zu enormen Wissensfortschritten. Doch diese Entwicklungen fanden in der islamischen Welt keinen Widerhall, weil diese sich zu diesem Zeitpunkt wissenschaftlich aufgegeben und den Zweifel aus dem Denken verbannt hatte.

Mit Reformation und Renaissance, mit der »Zwei-Reiche«-Theorie Luthers, mit der Trennung von weltlicher und geistlicher Macht und gleichzeitig der Herausbildung des persönlichen Gewissens als Maßstab menschlichen Handelns nahm die Säkularisierung ihren Anfang. Das Reich Gottes ist für die christliche Lehre seitdem »nicht von dieser Welt« und damit auch nicht mit menschlichen Maßstäben zu beurteilen. Eine überprüfbare Ordnung muss folglich anderswo gesucht werden. Entscheidungen im »Diesseits« wurden einerseits in das Innere der Person, das Gewissen, verlegt und andererseits nach außen delegiert, das heißt, weltliche Gesetze übernahmen die Funktionen des Schutzes und der Bestrafung.

Eine Trennung von Diesseits und Jenseits gibt es im Islam nicht. Politik ist für Muslime nur eine andere Form für die Erfüllung des von Allah gegebenen Auftrags. Im Islam gibt es die Kategorie des Gewissens nicht, denn es liegt nicht in der Entscheidung des Menschen zu beurteilen, was gut oder böse ist; vielmehr gibt Allah vor, was »recht und was verwerflich« ist. Der Gläubige hat seine Pflichten zu erfüllen, indem er sich an diese Vorgaben hält. Im Zweifelsfall vergibt Allah dem Sünder oder bestraft ihn, spätestens beim Jüngsten Gericht. Aber er allein entscheidet.

Im europäischen Denken nahm die Entwicklung des Freiheits- und Verantwortungsgedankens eine andere Entwicklung. In seinem Essay »Über die Freiheit« formulierte der englische Protestant John Stuart Mill (1806–1873) die »Freiheit des Gewissens«. Nichts war ihm verhasster als der »Terror der Gesellschaft«. Er stellte Prinzipien auf, die später in die bürgerlichen Verfassungen aufgenommen wurden, unter anderem, dass das Individuum der Gesellschaft nicht rechenschaftspflichtig ist für Handlungen, die nur seine eigenen Interessen betreffen, während das Individuum hingegen für alle Handlungen rechenschaftspflichtig ist, die den Interessen anderer schädlich sind.

Was ins Innere des Individuums aufgenommen und was nach außen hin entlassen wird, diese Entscheidung beschrieb Montesquieu (1689–1755) als ständigen Prozess der Verhandlung und Neuverhandlung. Dieser Prozess findet ihm zufolge sowohl auf individueller wie auf kollektiver Ebene statt, sowohl in der intellektuellen wie der alltagspraktischen Aneignung der Lebenswelten. Der denkende – »Ich denke, also bin ich« – und damit der zweifelnde Mensch wurde bei den Rationalisten wie René Descartes (1596–1650) zum Ideal; das Wissen trat in Konkurrenz zum Glauben. Und mit ihm wurden auch der Zweifel und die Neugier salonfähig und zur Triebfeder gesellschaftlicher Entwicklung. Dies mündete in der Aufklärung, die laut Immanuel Kant (1724–1804) »den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit« darstellt: »Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«

Die revolutionären Bewegungen in Amerika, Frankreich und England hatten nicht nur die Abschafung des königlichen Absolutismus zum Ziel, sie forderten auch einen Gesellschaftsvertrag, der die Rechte der Individuen unter den Schutz des von ihnen gewählten Souveräns stellen sollte. John Locke (1632–1704) und Thomas Hobbes (1588–1679) fochten für die politische und die individuelle Freiheit, auch für die Religionsfreiheit, und Voltaire (1694–1778) stritt unter anderem für die Freiheit von Religion. Die Französische Revolution von 1789 mit ihrer Parole »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« kämpfte mit der Guillotine gegen die »Feinde der Freiheit«, doch im Namen der politischen Freiheit wurde die individuelle Freiheit gemordet. »Die Grundlage der Republik ist die vollständige Vernichtung dessen, was gegen sie ist«, verkündete der Jakobiner Antoine de Saint-Just (1767–1794) und fiel schließlich selbst dem Terror-regime zum Opfer. Diese revolutionäre Attitüde war dann auch Vorbild für die späteren kommunistischen Revolutionäre und Regimes, die die individuelle Freiheit verabscheuten, was bei den Adepten von Marx und Engels dann in die Unterscheidung von »formeller« bürgerlicher und »reeller« Freiheit des befreiten Kollektivmenschen mündete.

Die individuellen Rechte des Menschen, seit der Antike ein politisch-philosophisches Thema, fanden über die englische Magna Charta (1215), den Habeas Corpus Act (1679) und die Bill of Rights (1689) – als unveräußerliche Rechte auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück – Eingang in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (1776) wie auch 1789 in die Erklärung der Menschenrechte der Französischen Revolution. Die Würde des Menschen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau (1791 in Frankreich gesondert in der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin festgeschrieben), Meinungsfreiheit, Gewissens- und Religionsfreiheit, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit sowie die Trennung von Staat und Religion waren fortan – wenn auch für längere Zeit umkämpfte – Prinzipien der europäischen Gesellschaft. Gleichheit und Freiheit schlugen sich nach und nach in den Verfassungen und Gesetzen nieder und prägten die Wertorientierung der bürgerlichen Gesellschaft. Sie machen die Identität Europas bis heute aus.

Die Französische Revolution führte aber auch zum Terror von 1793/94, mit der die individuelle Freiheit der politischen geopfert wurde. Das löste gleichzeitig einen Diskurs über absolute Freiheit und deren Grenzen aus. Der deutsche Philosoph Gottlieb Fichte (1762–1814) argumentierte, die höchsten Prinzipien aller Philosophie seien das reine, absolute Ich und die individuelle Freiheit. Während die Romantiker im 19. Jahrhundert Transzendenz und Sinnlichkeit gegen Rationalität und Vernunft setzten und Individualität propagierten, versuchten die utopischen Sozialisten dem »Weltgeist der Vernunft« (Hegel) zum Sieg zu verhelfen und stellten die Klassenfrage und das Kollektiv in den Fokus. Sie forderten einen »neuen Menschen« für ihre perfekte, nach »wissenschaftlichen« Kriterien entworfene Welt. Während die kommunistische Idee des Kollektivismus eine der prägenden Ideen des 19. und 20. Jahrhunderts wurde und bis heute die Vorstellung einer gerechteren Welt prägt, verlor sich die Aufklärung in der westlichen Welt in einer Art »Wirlosigkeit«, wie der Soziologe Norbert Elias feststellte: Es fehle der Moderne die Herzenswärme, und die Angst vor der Freiheit führe zur Wiederkehr der Religion, die in den vorangegangenen Jahrhunderten immer mehr an Boden und institutionellem Einfuss verloren hatte. »Entfremdung« war das Stichwort, das von Industrialisierung und Arbeitsteilung hervorgebracht wurde. Nicht mehr die Großfamilie in der Manufaktur oder dem Bauernhof, sondern der Arbeiter oder die Kleinfamilie in der anonymen Mietskaserne prägten nun die Gesellschaft. Diese Entwicklung ließ den Preis der Freiheit für viele Menschen hoch erscheinen.

Die industrielle Revolution und die Entwicklung einer »protestantischen Ethik« (Max Weber) führten bei aller Säkularisierung auch dazu, dass Religion nicht negiert wurde, sondern sich den Anforderungen von Aufklärung und Moderne anverwandelte. »Nicht die Religion als solche behindert Moderne«, stellte der Historiker Dan Diner fest, sondern »eine [in] verinnerlichten Glauben verwandelte Religion vermag ihrerseits eine an Ethik gemahnende Bindekraft zu entwickeln und die ihr affine Moderne entsprechend zu imprägnieren.«

Der Ökonom Friedrich von Hayek, der Ideengeschichtler Isaiah Berlin oder der Soziologe Ralf Dahrendorf beschrieben in der Tradition Kants die »negative Freiheit«, die Freiheit von Zwängen, etwas zu tun, und die »positive Freiheit« als die Möglichkeit, individuell etwas zu tun. »Die Freiheit von Zwang«, die Autonomie des Individuums ist, so die Schlussfolgerung der langen Geschichte, der Kern der Freiheit: Libertas.

Islam und Freiheit

Freiheit heißt auf türkisch »Hürriyet«. Dieses Wort stammt von dem arabischen Begrif hurriya ab, der in seiner ursprünglichen Bedeutung das Gegenteil von Sklaverei meint, und nicht das, was in der westlichen Tradition mit »libertas« verbunden wird, nämlich die Befreiung des Einzelnen von jedweder, auch religiöser Bevormundung. Hurriya bedeutet, ein Sklave wird »frei«, um Allah zu dienen. Das Wort Freiheit kommt im Koran selbst gar nicht vor, in den Übersetzungen auch nur in diesem Zusammenhang. In der deutschen Koranübersetzung von Rudi Paret nur einmal: »Die Sühne besteht darin, dass man ... einen Sklaven in Freiheit setzt.« In englischen Koranübersetzungen findet man das Wort »freedom« immer in anderer Bedeutung, als »Auf kündigung« (9:11) oder »Freibrief« (24:33), oder es wird für »loskaufen« (2:229) verwendet. Für gläubige Muslime besteht in diesem Sinne Freiheit in der bewussten Entscheidung, »den Vorschriften des Islam zu gehorchen«.

Als ich meine in der türkisch-muslimischen Tradition verhaftete Mutter fragte – ich war 16 oder 17 Jahre alt –, wann ich denn frei sein würde, in dem Sinne, wann ich für mich entscheiden könne, sagte sie mir: »Die Freiheit ist nicht für uns gemacht.« Also nicht für uns Frauen. Sie verstand meine Frage nicht. Für sie war »frei sein« gleichbedeutend mit »vogelfrei« sein, das heißt ohne Schutz sein.

»Frei sein« bedeutet demnach schutzlos, verlassen sein. Verlassen von der Familie, dem Clan, dem Schutz der Gemeinschaft. Der Preis dieses Schutzes ist die Macht der Männer über die Frauen. Die Frau ist im Zweifelsfall der Gewalt der Männer ausgeliefert, denn die Männer der Familie schützen die Frauen vor fremden Männern. Ist der eigene Mann gewalttätig, so ist das kismet, Schicksal. Männer sind in der Lebenswelt vieler muslimischer Frauen ihre Beschützer und Bewacher. Für viele muslimische Frauen ist die Freiheit »von etwas« gleichbedeutend mit dem Schutz vor Fremden, aber auch Schutz vor Verantwortung für sich selbst, Schutz vor einem eigenen Willen.

»Gott ist es, der allein das Leben gibt und es wieder nimmt« (Koran, 40:68). Der Koran ist nicht eindeutig, ob er dem Menschen einen freien Willen zugesteht. Einerseits wird die Vorherbestimmung betont, beispielsweise »Sprich: Uns wird nichts trefen, was nicht Allah uns vorher bestimmt hat.« (9:51). Andererseits überträgt der Koran Verantwortung an die Menschen: »Wer nun will, möge glauben, und wer will, möge nicht glauben.« (18:29). Allerdings folgt die Androhung der Strafe dafür auf dem Fuß: »Für die Frevler haben wir im Jenseits ein Feuer bereit ...« In der Anfangszeit des Islam im 8. Jahrhundert stritten muslimische Vertreter der menschlichen Willensfreiheit (Qadariten) mit jenen, die an eine absolute Vorbestimmtheit glaubten (Djabariten). Im 9. Jahrhundert gewannen dann die Mu’ta- ziliten an Einfuss. Sie argumentierten in der Tradition der Antike und wohl in Kenntnis der Schriften der Hellenen rational: Die Allmacht Gottes schenke den Menschen Entscheidungsfreiheit, denn wenn der Mensch nicht frei wäre, könnte er auch nicht Verantwortung für seine Taten übernehmen, und dann wären die Gebote Allahs sinnlos. Aber diese philosophische Schule, die sich ebenfalls auf den Koran als alles bestimmende Quelle berief und über drei Kalifengenerationen versuchte, ihre Vernunftaufassung zum Dogma zu machen, wurde von einer noch radikaleren sunnitischen Rechtsschule unter Ibn Hanbal (780–855) verdrängt.

In der Folge gab es nur noch wenige Ansätze, die aristotelischen Lehren mit der muslimischen Überlieferung zu versöhnen, besonders seien hier der Perser Avicenna (980–1037) und dessen geistiger Lehrer al-Farabi (870–950) genannt, die den Islam als vereinfachende Metapher für eine umfassendere Wahrheit begrifen. Auch Ibn Rushd/ Averroes (1126–1198) versuchte die rationale Vernunft mit dem Glauben an die Offenbarung zu verbinden, aber die Dogmatiker waren schon auf dem Vormarsch, ächteten diese Ansätze und setzten ihre Denkschule durch.

Nur die Nachahmung, taqlid, oder Analogieschlüsse, ig- htihad, waren im religiösen Kontext noch zugelassen, selbstständiges Denken war untersagt. Geschult an griechischen Philosophen wie Aristoteles versuchte der persische Theologe Al-Ghazali (1058–1111) zweifelsfreie Gewissheit in Gott zu erlangen, verfiel aber zunehmend der Skepsis und verlor sein Vertrauen in die Vernunft. In der Mitte seines Lebens zog er sich ganz in die Mystik der Suis zurück, die er als »gänzliches Versinken des Herzens in der Anrufung Gottes« empfand. Hier, nur hier, werde man den Gottesbeweis finden. Er hofte, als wandernder Derwisch spirituelle Freiheit im Rückzug von der materiellen Welt zu finden, die damals von der mörderischen Fürstendynastie der Seldschuken bestimmt wurde. Schließlich verwarf er die Philosophie als eigenen Weg zur Wahrheit und verteidigte die koranische Offenbarung und die darin verbürgte Erschaffung der Welt durch Allah. Al-Ghazali war es letztlich, der den Islam mit seiner »Widerlegung der Philosophen« gegenüber jedwedem Zweifel versiegelte und die koranische Religion damit in jenes Gehäuse verbannte, das ihr jede Möglichkeit zu Innovation, Weiterentwicklung und Modernisierung raubte.

In seiner Schrift »Wiederbelebung der Wissenschaft von der Religion« stellte Al-Ghazali Laster und Tugenden einander gegenüber und entwickelte einen Leitfaden für eine an der Scharia orientierte wahrhaft muslimische Lebensführung. Nicht zu seinen Lebzeiten, erst später wurden seine Schriften zu einer Art Katechismus eines gottgefälligen Lebens. Die Sprüche und Empfehlungen, die er beispielsweise in seinem »Buch der Ehe« versammelte, lieferten all die Argumente und Begründungen, die die patriarchalische, diskriminierende Haltung des Islam zu den Frauen bis heute bestimmt. »Eine Matte im Winkel des Hauses ist besser als eine Frau, die nicht gebiert«, soll der Prophet Mohammed Al-Ghazali zufolge über eine kinderlose Frau geurteilt haben.

Das von Al-Ghazali aufgestellte Dogma der Überzeitlichkeit des Korans wurde zur Fessel für eine Gesellschaft, die bis dahin in Mathematik, Medizin, Astronomie und Philosophie außergewöhnliche Leistungen hervorgebracht hatte. Nicht in der Zukunft, sondern in einer weit zurückliegenden Vergangenheit wurde fortan das islamische Ideal gesucht: Mit dem im Jahr 622 erfolgten Auszug Mohammeds aus Mekka nach Medina, der Verkündung des Islam und der Einigung der arabischen Stämme unter einer Religion sei die »Zeit der Unwissenheit« beendet worden. Faktisch begann aber fast 400 Jahre später eine weitere »Zeit der Unwissenheit«. Aus den islamischen Gesellschaften verschwand jede Innovationsfähigkeit. Noch heute gibt es im muslimischen Einfussbereich keine Volkswirtschaft, die der Welt irgendeinen technischen Fortschritt beschert hätte. Die Bildungsstudien der OECD weisen deprimierende Werte bei der Lese- und Schreibfähigkeit muslimischer Bevölkerungen aus. Ins Arabische werden fünfmal weniger Bücher übersetzt als im viel kleineren Sprachraum des Griechischen. Die Versiegelung des Denkens führte zur Verkümmerung der Neugier.

Seither sind die Imame und Hodschas, die Vorbeter, die eigentlichen Herrscher im Islam geworden. Hodscha oder Imam kann jeder werden, der über ausreichende Kenntnis der geforderten Gebetsrituale verfügt. Eine Priesterausbildung im christlichen Sinne gibt es nicht, weil der Islam das Amt eines Seelsorgers gar nicht kennt. In vielen Moscheen in Deutschland predigen Hodschas, häuig nebenberuflich, die ohne jede theologische Bildung sind. Und selbst die 800 von der türkischen Regierung nach Deutschland entsandten Imame verfügen – gemessen an einer hiesigen theologischen Ausbildung – meist nur über unzureichende Kenntnisse. Sie haben den Koran auf Arabisch gelesen, die Hadithe studiert und miteinander verglichen.

Sie beziehen ihre Meinungen aus den »vier Rechtsquellen«, erstens aus dem Koran, zweitens aus der Sunna, das heißt durch die in den Hadithen überlieferten Gewohnheiten Mohammeds, drittens aus dem Konsens, also der übereinstimmenden Meinung der Rechtsgelehrten, und viertens aus dem Analogieschluss, das heißt der analogen Anwendung bereits getrofener Urteile auf aktuelle Probleme.

Sie bewegen sich in einem immer schon vorgegebenen Wissensbestand – geforscht oder hinterfragt wird nicht. Und so kann auch jeder Hodscha den Koran interpretieren, wie er will. Der Würdenträger unterscheidet sich vom einzelnen Gläubigen eigentlich nur durch den Respekt, der ihm aufgrund seiner Stellung und seines Einfusses entgegengebracht wird – eine durch besondere Bildung und Ausbildung erarbeitete Autorität ist es jedenfalls nicht.

Dass keine Organisation, keine Hierarchie, keine Priesterkaste, keine Kirche zwischen dem Gläubigen und Gott steht, hat nicht zu einer größeren geistigen Unabhängigkeit oder zu einer Individualisierung des Glaubensbekenntnisses geführt, sondern zur sozialen Kontrolle durch das Kollektiv, dem als oberste Autorität der jeweilige Imam vorsteht. Der Primat der Gefolgschaft hat zu Machtkämpfen und zur Spaltung der Muslime in Glaubensrichtungen und Sekten geführt.

Die islamischen Gelehrten konzedieren heute Willensfreiheit und moralische Verantwortung des Individuums, haben aber keinen Weg gefunden, um die göttliche Vorherbestimmung, die sie als gegeben hinnehmen, mit dieser Konzession zu vereinbaren. Der Islamwissenschaftler Hamed Abdel-Samad beschrieb in einem Interview, was aus diesem Dilemma resultiert: »Du akzeptierst die Regeln, aber auch die Zwänge der Kollektivgesellschaft und stellst sie nicht infrage und kannst dafür mit der Solidarität und Anerkennung aller rechnen. Bei jeder Entscheidung steht dir entweder der Vater, der Lehrer, der Imam oder ein Vers aus dem Koran zur Seite. Man ist nie alleine, im positiven wie im negativen Sinne. Die Individualität wird für die Geborgenheit aufgegeben.« Freiheit deiniert sich deshalb auch nicht über den Einzelnen, sondern über »die beste der Gemeinschaften«, die Umma.

Die Umma ist gleichsam die höchste Instanz der Rechtsprechung, denn, so ein Hadith: »Meine Gemeinde wird sich niemals auf einen Irrtum einigen.« Was so viel bedeutet wie: Was Konsens ist, ist Recht. Sure 3, Vers 110 – »Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was verwerflich ist« – hat in der islamischen Gesellschaft zur Entmündigung des Einzelnen beigetragen. Mohammed benutzt oft den Zorn Gottes und droht mit der Hölle bei Nichterfüllung der Pfichten. Es ist ein ethisches System, das ganz auf Angst beruht, mit Strafe droht und die Macht der Männer über die Frauen legitimiert. Nicht die Liebe ist Handlungsmotiv, sondern die Furcht vor Vergeltung. Es trift auf den Islam zu, was der Philosoph Bertrand Russell über Religion sagt: »Angst ist die Basis der ganzen Angelegenheit – Angst vor dem Mysteriösen, Angst vor dem Versagen, Angst vor dem Tode. Angst ist die Mutter der Grausamkeit, und daher ist es kein Wunder, wenn Grausamkeit und Religion Hand in Hand gehen.«

Im Selbstverständnis der islamischen Lehre wird von einem völlig anderen Menschenbild, aber auch Glaubensverständnis ausgegangen, als es sich in der europäisch-abendländischen Gesellschaft herausgebildet hat. Nicht die Person ist Angelpunkt der Betrachtung, sondern die Gemeinschaft. Der Mensch ist nicht als Individuum angesprochen, sondern als Sozialwesen. Dieses Sozialwesen hat Pflichten gegenüber der Familie, der Gruppe, dem Clan, der Nation und eben Allah, der den Rahmen setzt. Dieser Rahmen ist in der Scharia, dem aus dem geoffenbarten Koran und den Prophetentraditionen abgeleiteten System der Rechtleitung, formuliert. Der Begrif Religion beschreibt den Gehorsam, die Urverpflichtung des Menschen gegenüber dem Willen Allahs, das Wort »Islam« die Hingabe oder Unterwerfung unter seinen Willen. Alles, was ein Muslim tut, hat innerhalb dieses Systems seinen Platz und findet dort seine Bewertung. Der Einzelne ist also nicht frei, etwas zu tun, sondern nur frei, den Vorgaben auf die eine oder andere Art zu entsprechen.

Die Differenz zwischen Islam und Christentum – und damit die Bedeutung des Individuums – wird auch in den Glaubensbekenntnissen deutlich. Die Fatiha, die das Gebet eröffnende Sure und zugleich Sure 1, Vers 1 des Korans, lautet:

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Weltenherrn, dem Erbarmer der Barmherzigen, Dem König am Tag des Gerichts!

Dir dienen wir, und zu dir rufen wir um Hilfe; Leite uns den rechten Pfad, den Pfad derer, denen du gnädig bist, Nicht derer, denen du zürnst, und nicht der Irrenden.

Die eröffnende Sure wendet sich eindeutig – »dir dienen wir, und zu dir rufen wir um Hilfe« – in Form eines Gebets an Gott. Es sind Mohammeds und vom Gläubigen zu wiederholende Worte, gerichtet an Allah, schwerlich Gottes Worte selbst. Aber dieser Widerspruch ist hier nicht das Thema, sondern das Verständnis, wonach Glauben ein entpersönlichtes Dienen ist. Nach christlichem Verständnis ist das ganz anders. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Das christliche Glaubensbekenntnis beginnt mit dem Wort »Ich«: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen ...«. Hier spricht das Individuum, das über seinen Glauben Auskunft zu geben vermag. Sein Glaubensbekenntnis ist ein Akt des freiwilligen Einstimmens durch das Wort.

Die Verantwortung des gläubigen Muslims hingegen bezieht sich auf die Erfüllung der Pfichten des Einzelnen als Teil der Umma gegenüber Allah. Man trägt einen Teil der Daseinsschuld ab und ist nicht verantwortlich gegenüber Menschen und für die eigenen Handlungen.

Der Gläubige soll fünf Mal am Tag beten. Dieses Gebet ist bis in jede Bewegung hinein ritualisiert und zielt auf Wiederholung und Gemeinschaft. Während im Christentum das Gebet eine individuelle Zwiesprache mit Gott darstellt und es jedem Gläubigen überlassen ist, wie er diesen Dialog gestaltet, steht im islamischen Gebet die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Fünf Mal am Tag, immer zur gleichen vom Lauf der Sonne bestimmten Zeit, wendet sich die Umma von jedem Ort der Welt aus gen Mekka und spricht dieselben Verse. Wer als Gläubiger diese Gebete versäumt, macht sich schuldig gegenüber Allah. Im Arabischen bedeutet das Wort Din Religion und ist verwandt mit dem Wort Dain, Schuld. Der Mensch schuldet Allah alles. Barmherzigkeit und Gnade sind nach dem islamischen Verständnis Allah überlassen, nicht den Menschen. Am »Tag des Gerichts« werden die Schulden gegen die guten Taten aufgerechnet, und es wird ermittelt, ob ein Platz im Paradies oder in der Hölle resultiert.

Ein Ausscheren oder Austreten aus der Glaubensgemeinschaft ist nicht vorgesehen, sondern ist nach traditioneller Lehrmeinung mit dem Tode zu bestrafen. Aus Ländern, wo die Scharia Gesetz ist, hört man immer wieder von drastischen Strafen für Abweichler. Diese Praxis wird von den in Deutschland tätigen Islamverbänden nicht gebilligt. Die meisten von ihnen lehnen eine Bestrafung wegen Apostasie (Abfall vom Glauben) ab – mit gutem Grund, denn das deutsche Grundgesetz sieht neben dem Grundrecht auf Religion auch das Recht auf Freiheit von Religion vor.

Dennoch: Im Islam gibt es keine Religionsfreiheit, also die Freiheit, einen anderen Glauben zu wählen. Dafür hat sich im Islam eine Vielzahl von Glaubensrichtungen entwickelt. Gemäß Sure 2:256 gibt es »keinen Zwang im Glauben«. Der Islamwissenschaftler Tilman Nagel übersetzt diesen Vers so: »In der Glaubenspraxis (ad-din) gibt es keinen Zwang.« Das bedeutet, dass der Gläubige seinen religiösen Pfichten freiwillig nachkommen soll, er beispielsweise die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, wie oft er betet.

Die Freiheit in der Glaubenspraxis ist auch eine Erklärung dafür, warum es so viele Sekten und Strömungen im Islam gibt, warum jeder Muslim von »seinem« Islam sprechen kann, obwohl Koran und Sunna als verbindlich angesehen werden. Alle sind frei zu glauben, wie sie wollen, wie sie die Religion leben, wenn sie nur grundsätzlich nicht in Abrede stellen, dass sie an die koranische Ofenbarung glauben. Allerdings ist diese Interpretationsfreiheit auch der Grund, warum sich die Muslime mitunter so vehement bekämpfen und sich gegenseitig die Legitimität absprechen, überhaupt Muslim zu sein. Der Kampf der Schiiten gegen die Sunniten, der Rigorismus der Salaiten und Wahabiten, die Ablehnung der Baha’i, der Aleviten oder der Liberalen durch die Konservativen zeigen dann auch schnell die Grenzen der innerislamischen Toleranz.

Mit der Formel »Al-Islam din wa daula« – Der Islam ist Religion und politische Macht – beschreiben die Muslimbrüder das islamische Staatsverständnis. Es unterscheidet nicht zwischen der realen Welt und dem »Staat Gottes«, es geht von der Einheit von Religion und Staat, also auch von der Einheit der Gläubigen als dem Staatsvolk aus. Eine Säkularisierung wie in der westlichen Welt hat im Islam nicht stattgefunden. Es stellt sich somit die Frage, wer in einer islamischen Gesellschaft herrschen darf und nach welchen Gesetzen und Werten sich diese Herrschaft ausrichtet. Die Frage der Legitimität von Herrschaft wurde in der Geschichte des Islam unterschiedlich beantwortet. Die Sunniten übertrugen sie einem Kalifen, der dafür sorgte, dass das islamische Recht angewandt wurde, und der gleichzeitig Anspruch darauf hatte, dass seine Untertanen ihm gehorchten, weil er mit Allahs Willen herrschte. Die Schiiten akzeptieren nur eine Person, die sich auf die Nachfolge aus der Familie Mohammeds berufen kann, und verfolgen – etwa im Iran – das Konzept der »Herrschaft der Rechtsgelehrten«, deren zentrales Kriterium die Anwendung der Scharia, des islamischen Rechts, ist. Allenfalls wird von konservativer Seite eine Repräsentation des Volkes in der Schura, einer beratenden Versammlung, akzeptiert.

So weit die Lehre, wenn es sich um Gesellschaften im »Haus des Islam« (Dar al-Islam) handelt, die sich also unter legitimer islamischer Herrschaft beinden. Nun leben aber die Muslime in Europa je nach eigener Einschätzung entweder im »Haus des Krieges« (Dar al-Harb), das heißt im feindlichen Lager, oder im »Haus des Vertrages« (Dar al-Ahd), wo die Muslime die Verhältnisse akzeptieren, solange sie sie nicht verändern können. In solcher Anpassung ist die Scharia das zentrale Konfiktthema, da sie nach Auffassung der Muslime alle den »Daseinsvollzug des Menschen beurteilenden Bestimmungen« verbindlich regelt. »Das weite Verständnis der Scharia umfasst die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung des Islam, also etwa der Vorschriften über Gebete, Fasten, das Verbot bestimmter Speisen und Getränke wie Schweinefleisch und Alkoholisches und die Pilgerfahrt nach Mekka ebenso wie Vertrags-, Familien- und Eherecht«, definiert der Jurist Mathias Rohe.

Die Scharia findet im Koran nur in einem einzigen Vers Erwähnung; sie hat sich erst vom 8. bis zum 10. Jahrhundert entwickelt. Diese neue Rechtsordnung war letztlich dadurch erfolgreich, dass bestehende Rechtsgewohnheiten in den neu gewonnenen Territorien in erheblichem Umfang beibehalten und als rechtskonform (Gewohnheitsrecht, Sitte) anerkannt wurden. Dies spielt auch heute noch eine maßgebliche Rolle, weil archaische Traditionen wie Blutrache, Ehrenmord, Zwang zur Heirat, Steinigung und anderes, die oft vorislamische Ursprünge haben, durch die Scharia perpetuiert und legitimiert wurden. Für gläubige Muslime steht »Allahs Gesetz« über den von Menschen gemachten Gesetzen. Damit befindet sich die Scharia im Konfikt mit dem demokratischen Rechtsstaat westlicher Prägung. Die Scharia ist ein »Sanktionssystem« (Rohe) und widerspricht in vielerlei Hinsicht den Rechtsordnungen Europas.

In der Diskussion um Ehrenmorde und Blutrachetötungen in Deutschland wird unter anderem argumentiert: Wir leben in einer liberalen Gesellschaft, in der traditionelle kulturell-ethische Wertvorstellungen kaum mehr relevant seien; unsere Gesellschaft zeichne sich vielmehr durch Wertepluralität aus. Wenn eine Gesellschaft sich anderen Kulturkreisen öffne, müsse man auch deren ethnische und rechtliche Wertvorstellungen berücksichtigen, sagen jene, die alle Kulturen für gleichwertig, also »relativ« halten. Das hört sich zunächst liberal an, weil jeder die »Freiheit« hat, so zu leben, wie er es für richtig hält, bedeutet aber im Konkreten auch die Anerkennung von individuellen Wertkriterien zum Beispiel bei Straftaten. Dies geht aber zu Lasten der Betroffenen und der westlichen Rechtsordnungen selbst. Folgte man dieser Auffassung, hätte man es mit einer unerträglichen Beliebigkeit zu tun.

Was dies bedeutet, kann man an alltäglichen, aber auch an extremen Beispielen erörtern. Alltäglich ist zum Beispiel die Frage, ob religiöse Regeln wie das Verbot von Schweinefleisch Auswirkungen auf das Angebot von Schulkantinen haben sollen. Allein der Umgang mit Schweinefleisch gilt strenggläubigen Muslimen als »unrein«. Ich habe erlebt, dass sich eine muslimische Frauengruppe weigerte, zum Adventskaffee in die christliche Nachbargemeinde zu gehen, weil sie dort etwas essen müssten, das in der »unreinen« Küche zubereitet wurde. Es gibt Schulkantinen, in denen nur noch »halal«-Speisen, also koschere Speisen angeboten werden (und die im Fastenmonat Ramadan den Betrieb einstellen). Die »religiösen Regeln« werden nicht individuell gelebt, sondern als kollektives Recht im Rahmen der Religionsfreiheit beansprucht.

Im Extrem wurde dieser Anspruch auf diese Art von Religionsfreiheit und kulturelle Autonomie im April 2010 vom Sprecher des »Islamischen Zentralrats der Schweiz« (IZRS), Nicolas Blancho, formuliert. Er sagte, Steinigungen seien »ein Bestandteil, ein Wert meiner Religion«. Und bedauerte zugleich, dass Steinigungen »bei den gegebenen Umständen in der Welt und in der Schweiz nicht umsetzbar« seien. Was nichts anderes bedeutet, dass, wenn sich die »gegebenen Umstände« ändern, er dies »umsetzen« würde.

Mit anderen Worten: Wir müssen eine klare Grenze ziehen, inwieweit eine andere Kultur ihre Wertvorstellungen ausleben kann und inwieweit eine Zivilgesellschaft darauf Rücksicht nehmen muss oder kann.

Gegengesellschaften

Muslime werden auf Dauer in Europa leben, sie werden allen demografischen Prognosen zufolge keine Minderheit bleiben. Der Islamwissenschaftler und Politologe Bassam Tibi hat vor mehr als zehn Jahren die These aufgestellt, dass eine Integration der Muslime ohne eine europäische Leitkultur unmöglich sein werde. Europa kann nur als Wertegemeinschaft bestehen. Staatliche und gesellschaftliche Gemeinsamkeit orientiert sich nicht mehr an ethnischen Zuordnungen, sondern an den Werten der Aufklärung. Die Trennung von Religion und Politik muss deshalb konsequent eingehalten werden. Menschenrechte – und hier vor allem die Gleichberechtigung der Geschlechter – sind nicht verhandelbar. Diese Wertedebatte wird von den Medien regelmäßig verspottet; und bis heute werden Bürgerrechtler, zu denen ich mich zähle, die auf den Grundwerten von Verfassung und Säkularität bestehen, als »Fundamentalisten der Aufklärung« karikiert.

Die nicht zu übersehende Segregation von muslimisch dominierten Gemeinschaften in manchen deutschen Großstädten und Ballungsgebieten folgt den gleichen Gesetzen wie die tribalen Strukturen in den Heimatländern. Sobald diese Communities in bestimmten Stadtteilen die Mehrheit haben, kommt es zur systematischen sozialen Verdrängung. In bestimmten Vierteln in Berlin-Neukölln finden sich Geschäftsstraßen, in denen es kein einziges von Deutschen geführtes Geschäft mehr gibt. Möglich wird dies nicht, weil Kurden, Türken oder Libanesen die besseren Geschäftsleute sind, sondern weil sie auf einer ganz anderen ökonomischen Basis agieren. Das Geschäftsmodell ist jenes des Clans, des Wirtschaftskollektivs. Jedes Mitglied der Familie, ob Frauen, Kinder, Verwandte, hat im Geschäft der Familie mitzuhelfen. Meist unentgeltlich oder gegen Kost und Logis. Alle Einnahmen, sei es Kindergeld, seien es staatliche Unterstützungen, gehen in diese Gemeinschaftsunternehmen.

Es entstehen oft geschlossene, autarke Kreisläufe, in denen die Herkunftsländer die Rolle der menschlichen Ressource und des Rückzugsraums spielen. Familien holen ihren Nachwuchs aus den Heimatdörfern, die Älteren gehen im Alter in die Heimat zurück, und wenn jemand in Deutschland nicht mehr sicher ist, findet er dort immer einen Platz.

In Stadtteilen, die sich so zu Parallel- oder Gegengesellschaften entwickelt haben, ist in den Schulen selbst die Vermittlung von Bildung schwierig, von europäischen Wertvorstellungen gar nicht zu reden. Wenn immer wieder Importbräute, die nicht Deutsch sprechen können, die Mütter der nächsten Generation werden, wenn Kinder ohne ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache nur noch mit Kindern derselben sozialen und ethnischen Gruppe zusammenleben, scheitert die Integration bereits in der Schule. Die Bildungspolitik will nicht eingestehen, dass ihre pädagogischen Konzepte auch aus kulturellen (und nicht nur aus sozialen oder ökonomischen) Gründen scheitern; man sucht vielmehr den Weg in die Anpassung.

Die Politik ist bisher an diesem Problem gescheitert, weil dessen Ursachen geleugnet werden. Integrationspolitik ist immer noch fast ausschließlich Sozialarbeit. Es wird versucht, soziale Benachteiligung mit Geld auszugleichen. Der Immigrant wird dabei zum unmündigen Empfänger von Fürsorge. Ich halte das für grundfalsch. Wer in Europa leben will, wer die sozialen Errungenschaften, die Rechtssicherheit, Freiheitsrechte und Bildungsmöglichkeiten für sich in Anspruch nimmt, muss für sich und seine Kinder Verantwortung übernehmen und der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Und er schuldet ihr vor allem Respekt vor dem, was diese Gesellschaft ausmacht.

Wer seine Frau einsperrt oder seine Tochter nicht zur Schule schickt, sich nicht darum kümmert, dass sie die Sprache lernt, Schularbeiten macht, und sie mit 14 Jahren mit dem Sohn seines Bruders verheiratet, verstößt gegen Gesetze, hat keinen Respekt vor den Normen der Gesellschaft, in der er lebt. Und wenn die europäische Gesellschaft diesen Respekt vor den eigenen Werten und Traditionen nicht einfordert, verliert sie in den Wertmaßstäben dieser Migranten zudem auch ihr Gesicht. Eben ihre Ehre.

 

Necla Kelek Chaos der Kulturen

http://www.libri.de/shop/action/productDetails/17108886/necla_kelek_chaos_der_kulturen_3462044281.html

Die Debatte um Islam und Integration.
'KIWI'.

Wie eine rot-grüne Regierung mit einem Vorfall wie in Norwegen umgehen würde
parisi1

Wie eine rot-grüne Regierung mit einem Terroranschlag auf Schüler umgehen würde:

 

Sondereinsatzkommando gescheitert / 20 Tote / Top-Terroristen entkommen

Berlin, 02.05.2021

Wie die Sprecherin der grün-roten Bundesregierung, soeben in einer Pressekonferenz mitteilte, ist die gezielte Aktion zur Festnahme der Terroristen die in Berlin eine Schule überfallen haben, blutig gescheitert. Nachdem BKA und BND nach mehr als 5 Stunden Suche den Aufenthaltsort des Terrorkommandos in der Claudia Roth Sonderschule identifizieren konnten, wurde der Einsatz nach intensiver Planung und zweistündiger Diskussion beschlossen. Dabei kamen alle 20 Mitglieder des Sondereinsatzkommandos ums Leben. Die genauen Umstände des tragischen Scheiterns sind derzeit noch unklar.

Das Spezialkräfteteam, bestehend aus 12 Sozialpädagogen, 2 Frauenbeauftragten, 2 Migrationsbeauftragten, 2 Political-Correctness-Überwachungsbeauftragten und 4 Juristen kam nach 2-stündiger Fahrt mit Fahrrädern durch die autofreie Innenstadt von Berlin gegen Mitternacht vor der Schule an. Auf Nachfragen betonte die Regierungssprecherin, daß das Team selbstverständlich nach den neuen gesetzlichen Quotenregeln mit einem korrekten Anteil von Frauen, Männern, Migranten, Schwulen, Lesben und Veganern paritätisch besetzt war. Bei dem Versuch, die Schule mit vorgehaltenen Informationsbroschüren und Diskussionsangeboten zu stürmen, wurde das gesamte Einsatzteam durch Sturmgewehrfeuer des Terrorkommandos erschossen. Für die Bundesregierung ist immer noch unklar, wie es dazu kommen konnte. Die Teammitglieder seien durch ihre mehrjährige Ausbildung in allen modernen Diskussionsarten geschult und mit sämtlichen Therapieangeboten für Terroraussteiger bestens vertraut gemacht worden. Alle hätten zudem jahrelange praktische Erfahrung durch die Teilnahme an Sitzblockaden, Demonstrationen sowie Integrations– und Selbstfindungskursen. Außerdem sei es überhaupt nicht nachvollziehbar, wie das Terrorkommando trotz des vor 4 Jahren von Grün-Rot gesetzlich durchgesetzten Verbots aller Privatwaffen und Schützenvereine und der danach erfolgten Beschlagnahme sämtlicher privater Schußwaffen in den Besitz der Sturmgewehre kommen konnten.

Auch unter den die Schüsse abgebenden Terroristen soll es Verletzte gegeben haben. Angeblich wurden mehrere von ihnen noch in der Nacht in Berliner Krankenhäusern wegen Zerrungen der Bauchmuskulatur behandelt, die sie sich bei Erscheinen des Sondereinsatzkommandos und bei dem nachfolgenden Feuergefecht durch Lachkrämpfe zugezogen hatten. Die Bundesregierung bedauerte diese Verletzungen  ausdrücklich. „Es war nicht unsere Absicht, daß es bei dieser Aktion zu Opfern kommt. Wir sprechen den Betroffenen und deren Angehörigen unser tiefempfundenes Mitleid aus”, betonte die Minsterin.

Nach dem Feuergefecht flüchteten alle Terrorverdächtigen  mit Fahrzeugen an einen noch unbekannten Ort. Die Fluchtfahrzeuge entsprachen nicht der neuen Elektrokraftfahrzeugverordnung, sondern waren noch mit den seit einem Jahr verbotenen, altmodischen und umweltunverträglichen Verbrennungsmotoren ausgestattet und besaßen zudem weder Rußpartikelfilter noch Umweltplaketten. Die Miniterin zeigte sich wegen dieses Verstoßes gegen die Umweltgesetze hochgradig entsetzt und kündigte scharfe Konsequenzen an. „Dafür werden wir diese Verbrecher unerbittlich jagen und in Therapiesitzungen zur Rechenschaft ziehen.” Bei der nachfolgenden Flucht durch Berlin zeigten die Täter weder Respekt vor der autofreien Zone, noch der inzwischen gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h innerorts. Auch dies sei ein Ausdruck dafür, wie menschenverachtend das Menschen– und Weltbild derartiger Terroristen sein, betonte sie. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung der Täter mit den neuen Elektro-Dienstfahrrädern und den öffenlichen Nahverkehrsmitteln auf, konnte die Täter aber nicht mehr einholen. Die Ursachen sollen nun durch eine polizeiinterne Untersuchungskommission geklärt werden.

Kritik aus den Reihen der Opposition, daß man eine bewaffnete Einheit wie die GSG9 oder ein SEK hätte einsetzen sollen, wies die Bundesregierung scharf zurück. Nachdem man bereits vor 2 Jahren alle derartigen Rambo-Einheiten aufgelöst, deren Mitglieder zu Sozialtherapeuten umgeschult und auch bei der Polizei sämtliche Schußwaffen eingezogen hätte, sei es nicht an der Zeit, zu derartigen mittelalterlichen Methoden der Verbrechensbekämpfung zurückzukehren. „Dies entspricht nicht dem von der Mehrheit der multikulturellen Bevölkerung getragenen Menschenbild von Toleranz und Mitmenschlichkeit”, so die Ministerin gegenüber den Journalisten. „Nur weil seitdem die Verbrechensquote um etwa 390% gestiegen ist, kann man daraus keinen Zusammenhang mit diesen Maßnahmen zur Schaffung einer waffenfreien, multikulturellen Bürgergesellschaft ableiten”, betonte die Regierungssprecherin. Offensichtlich habe die Opposition in ihrer ideologischen Verblendung hier den Bezug zur Wirklichkeit verloren. Vielmehr gelte es nun zu überlegen, wie man durch weitere Verbotsmaßnahmen das offensichtlich immer noch latent vorhandene Gewaltpotenzial im Volk weiter eindämmen und damit mehr Sicherheit schaffen könne. Insbesondere gewaltverherrlichende Sportarten wie Boxen, Fechten und Speerwerfen sollten künftig strengeren Reglementierungen zur Ausübung unterworfen werden. Zudem müsse der bisher auf grüne Autobesitzkarte nach entsprechender Bedürfnisprüfung mögliche Altbesitz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auf den Prüfstand.

Von der Bundesregierung wurde eine Untersuchungskommission eingerichtet, die die Ursachen des Scheiterns der Festnahmeaktion in den nächsten 6 Monaten genau analysieren und neue Konzepte für zukünftige Kommandoaktionen erarbeiten soll.


Die Verbindungen von Breivik zur russischen, tschechenischen und islamischen Geheimdienstszene
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The Breivik Portfolio, Part Two: The Chechen Connection

 
Chechnya: rubble

As I mentioned in my first post in this series, Anders Behring Breivik reportedly received training at secret a paramilitary camp in Belarus:

Breivik ‘Underwent Paramilitary Training in Belarus’

Norway’s twin terror suspect Anders Behring Breivik trained at a secret paramilitary field camp in Belarus earlier this year, a Belarusian opposition politician said on Thursday, citing security sources. “Breivik visited Belarus several times. This spring, as part of his preparations for his twin attacks, he visited Minsk, where he underwent training at a secret paramilitary field camp,” Mikhail Reshetnikov, the head of the opposition Belarusian Party of Patriots, told the Gazeta.ru online newspaper.

He cited sources within Belarus’s “security organs.”

Earlier this month “Niccolo Machiavelli” dug into Mr. Breivik’s Belarus activities in greater detail for a post at Big Peace. The killer’s eastern activities reveal cloak-and-dagger underworld connections that lead through Belarus into Russia, Chechnya, and beyond.

A Polish site reports that the paramilitary camp — which Mr. Breivik may have visited three times — was organized by a retired KGB colonel named Valery Lunev. The Real Russia Blog has more:

Norwegian Terrorist Anders Breivik Trained in Belarus Militant Camps
Yuri Mamchur


While U.S. news feature information that Breivik purchased ammo from a U.S. supplier, Eastern European feeds are full of details of Breivik’s multiple trips to Belarus, changes in his behavior and wealth, and the training he underwent in Belarusian militant camps. In fact, Belarus’ tight government regime and active intelligence have served a great purpose this time around. Even though Breivik didn’t do anything suspicious at the time, Belarusian KGB kept precise records on Breivik, who was called “Viking” in the intelligence reports.

First time, Anders Breivik visited Minsk on March 4, 2005. He flew Vienna-Minsk-Vienna roundtrip, departing from Belarus on March 11, 2005. At the border, Breivik told customs officials that he came to visit the Vikings’ graves. Centuries ago, Vikings went through the region multiple times, and there are indeed multiple ancient graves visited by the Vikings’ ancestors. Thus, the first visit didn’t trigger any suspicion. It is still unknown whether Breivik visited the graves, but he did investigate Belarus’ governance, political structure, and the results of the Chernobyl nuclear disaster. The tour guides, who chaperoned Breivik in 2005, remember that he was afraid of poisoning with radioactive food products - a normal, they say, tourist behavior for a Western tourist. Now, that the stuff hit the fan, Belarusian KGB looked closer into what Breivik was really doing in their country.

It appears that the Norwegian terrorist underwent the militant-terrorist training under the guidance of 51-year-old Valery Lunev, a former colonel of Belarusian special forces, who now lives in Netherlands but regularly visits Belarus. According to Mikhail Reshetnikov, the Head of the Party of Belarus Patriots who is familiar with the intelligence records, “Breivik visited Belarus three times. Last Spring, while actively preparing for the terrorist attacks, he entered Poland with his own passport, and then travelled to Minsk under a passport of another European country. He recently got a Belarusian girlfriend and obtained access to significant amounts of money.”…

The fact that Mr. Breivik was monitored by Belarusian intelligence and associated with a retired KGB colonel means that he was well-known to the shadowy international spy networks long before the events of July 22, 2011. If the Belarusian security services are even minimally competent — which, since they inherited the KGB apparatus, seems likely — then we may assume that Mr. Breivik’s Belarusian “girlfriend” was in fact an agent of the state, tasked with monitoring his movements and activities when he was east of Talinn. Such would have been the practice of the KGB, which supplied “girlfriends” for as many Western businessmen and diplomats as possible.

But Anders Breivik’s connections in the former Soviet Union extended much farther afield than Minsk. Big Peace tracks the links between Mr. Breivik and an organization called the “Slavic Union”, as briefly mentioned by a Chechen website:
Russian authorities in Oslo… previously warned the Norwegian state security police PST that Vyacheslav Datsik and his followers from the Slavic Union were preparing a terrorist attack (it now seems that the Russians did it on purpose to divert police attention from Breivik — KC).

So who is Vyacheslav Datsik? The Chechen propaganda mill is not the only source of information about him. According to Norway’s TV2, as translated by a Norwegian English-language news service:
Broadcaster TV2 has reported that it has emerged that Breivik had met Russian neo-Nazi Vjatjeslav Datsik in Oslo, who was previously rejected when he attempted to apply for asylum in Norway after running away from a Russian psychiatric institute. Datsik was jailed in Norway and eventually deported for various offences. Breivik has reportedly had close links with Datsik’s organization, Slavic Union, who were found to possess knives, guns and firebombs when police raided an Oslo tattoo enterprise operated by the group. Breivik is believed to have bought much of his equipment from Russia.

The story becomes even more peculiar as we dig into a report from last year that Datsik claimed to have been sent to Norway by the Russian secret service to kill a Chechen separatist leader:

Vjateslav Datsik, a Russian neo-Nazi arrested in Oslo after fleeing a psychiatric ward in St Petersburg, was sentenced to eight months in prison on Thursday for violating weapons laws. He was heavily armed when he tried to seek asylum in Norway earlier this year.

Datsik, age 29, had declared himself guilty on all counts. He has earlier claimed that he wants to stay in Norway as long as possible, and equated the prison where he’s being held to “a luxury hotel.”

Also known as “Red Tarzan,” Datsik has said he rowed over the Baltic Sea after running away from a Russian psychiatric hospital where he claimed to have been tortured. He also has told reporters and the court that he had been sent to Norway by federal agents in Russia who wanted him to kill Chechyan separatist leader Akhmed Zakajev. [emphasis added]

“Wait a minute, Baron!” you say. “This Datsik fellow sounds like a common or garden lunatic. Maybe the Russians had him in the nuthouse for a good reason.”

And maybe they did. But the Russian and Chechen connections don’t end there, and all the threads seem to intertwine with Islamic radicals and terrorists. Once again, a report from a Chechen source:

Akhmed Zakayev [the target of the alleged assassination attempt], right after the World Chechen Congress in Warsaw 2010, had to visit Norway. Since then, Russian agent was aiming on Akhmed Zakayev. According to ChechenCenter’s received sources, Russian agent named Viacheslav Valerievich Datsik, was sent to Norway to assassinate Mr. Zakayev three months ago.

Datsik received a gun from Russian FSB and was told to eliminate Chechen leader, the most diplomatic politician in Europe. With such information Datsik informed the Highest Court of Norway and also added that his friends forced him to give up to the local police and explain the situation.

As it is known for some authorities, Viacheslav Datsik is under arrest now and going through variety of court processes. The Highest Court of Norway is planning to jail Datsik for eight months. Datsik seems to be satisfied to spend eight months in prison and wants to get rid of Russian KGB. Datsik says that KGB (FSB) anonymously urged him of something bad.

Viacheslav Valerievich Datsik is a former kickboxer and winner of many martial championships including “ultimate fight”…

So, if we believe these stories, Mr. Datsik was sent to Norway by the FSB to kill a Chechen separatist. But he then changed his mind and turned himself in to the Norwegian authorities.

If this were where the trail ended, then we could wrap things up, and readers would depart disappointed. But there’s more.

Let’s take a closer look at the reported associations of Valery Lunev, the former KGB colonel under whose guidance Anders Breivik is said to have received paramilitary training in Belarus. Among other things, we read that Col. Lunev converted to Islam when he married a relative of the late Dzhokhar Dudayev, a former general in the Soviet Air Force and the first President of the Chechen Republic of Ichkeria.

He also has connections with the Gulf Emirates. He is an officer in a private intelligence company, Far West LLC, which is based in Dubai, according to a translated Russian report. The brother of one of his colleagues in Russian intelligence was reportedly assassinated in Dubai.

The intrigue gets even thicker. The largest shareholder in Far West is Prince Turki al-Faisal, the former head of Saudi Military intelligence, and a former ambassador to both Great Britain and the United States. Other prominent shareholders include a general from Ukrainian military intelligence and a former subsidiary of the U.S. company Halliburton. Ruslan Saidov, a retired major on the Soviet General staff and a Muslim Chechen, holds a 25% share.

According to the Russian report, Both Saidov and Lunev are associated with the Grey Wolves, the underground Turkish radical nationalist group which has connections with Chechen separatists.

The same report lists what it says are some of Far West’s customers:

  • The largest Chinese state oil company;
  • A consortium of families from Saudi Arabia, Lebanon, and Pakistan;
  • Iranian high-tech export firms with connections to the speaker of the Iranian parliament; and
  • A group of Ukrainian coal mine magnates in alliance with German manufacturers of nuclear power equipment.

All of this is a murky stew, as intelligence matters usually are, especially where Russia is involved. It’s hard to see the underlying patterns.

But let’s recap a bit of what we’ve learned (assuming, of course, that any of this material is true, which we don’t really know):

  • Anders Behring Breivik allegedly engaged in paramilitary training under the auspices of a former KGB officer who is a convert to Islam and has connections to Chechen separatists.
  • Mr. Breivik is also said to have been in contact with a Russian connected with the Slavic Union, who was sent to Norway to assassinate a Chechen separatist leader.
  • Tracking these associations back, we find a private intelligence firm in the Persian Gulf which seems willing to do business with a wide variety of clients.

No coherent overall plan can be discerned from such a mishmash.

Pro-Chechen or anti-Chechen? Is there an Islamic connection? Who knows?

But one thing is for certain: given the cast of characters and the organizations involved, it strains credulity to think that Western intelligence services had never heard of Anders Behring Breivik before July 22, 2011.

To put it more strongly: It is inconceivable that the PST and the CIA had never run across the Oslo murderer’s name before he committed his crimes.

Given that American, British, and Norwegian intelligence services were active during the period when Mr. Breivik was hanging out with all those spooks and assassins, one of the agencies is certain to have run across him. If none of them did, they must be very incompetent indeed.

Big Peace wraps up the loose ends:

Investigators are also looking to Breivik’s finances (over $700,000 earned through his investments), possibly in Bermuda or other Caribbean tax havens, but those investigations seem to be in early stages.

[…]

With a Russian assassin (with whom Breivik reportedly met) allegedly in Oslo to kill a Chechen leader, and a large CIA presence also in Oslo attending demonstrations, photographing potential terrorists and cooperating with at least some branches of Norwegian law enforcement, surely it is worth investigating whether some hint of Breivik’s planning for the attack hadn’t been detected by one or the other of these intelligence services.

No matter what the intelligence services might have known back then, they are busily denying any such knowledge now.

For those whose credulity has been sufficiently strained by all this, the main remaining question is: Why?


Previously in the Breivik Portfolio:

2011   Aug   11   Part One: The American Connection

5 comments:

Jeffery Anderson said... 1

So was he a muzzie sympathizer?

8/16/2011 7:20 PM
Zenster said... 2

The intrigue gets even thicker. The largest shareholder in Far West is Prince Turki al-Faisal, the former head of Saudi Military intelligence, and a former ambassador to both Great Britain and the United States. [emphasis added]

This name should set off some alarms all by itself.

Prince Turki al-Faisal is no friend of the West. An excerpt from a 2003 Grauniad article explains why:

Saudi envoy in UK linked to 9/11

Legal papers in the case obtained by The Observer make it clear that the allegations are serious and lengthy. Many centre around Turki's role as head of the Saudi intelligence agency. He held the post for 25 years before being replaced in 2001 just before the attacks on New York.

Turki admits to meeting bin Laden four or five times in the 1980s, when the Saudi-born terrorist was being supported by the West in Afghanistan. Turki also admits meeting Taliban leader Mullah Omar in 1998. He says he was seeking to extradite bin Laden at the request of the United States.

However, the legal papers tell a different story. Based on sworn testimony from a Taliban intelligence chief called Mullah Kakshar, they allege that Turki had two meetings in 1998 with al-Qaeda. They say that Turki helped seal a deal whereby al-Qaeda would not attack Saudi targets. In return, Saudi Arabia would make no demands for extradition or the closure of bin Laden's network of training camps. Turki also promised financial assistance to Mullah Omar. A few weeks after the meetings, 400 new pick-up vehicles arrived in Kandahar, the papers say.

Kakshar's statement also says that Turki arranged for donations to be made directly to al-Qaeda and bin Laden by a group of wealthy Saudi businessmen. 'Mullah Kakshar's sworn statement implicates Prince Turki as the facilitator of these money transfers in support of the Taliban, al-Qaeda and international terrorism,' the papers said.

Turki's link to one of al-Qaeda's top money- launderers, Mohammed Zouaydi, who lived in Saudi Arabia from 1996 to 2001, is also exposed. Zouaydi acted as the accountant for the Faisal branch of the Saudi royal family that includes Turki. Zouaydi, who is now in jail in Spain, is also accused of being al-Qaeda's top European financier. He distributed more than $1 million to al- Qaeda units, including the Hamburg cell of Mohammed Atta which plotted the World Trade Centre attack.

Finally the lawsuit alleges that Turki was 'instrumental' in setting up a meeting between bin Laden and senior Iraqi intelligence agent Faruq al-Hijazi in December 1998. At that meeting it is alleged that bin Laden agreed to avenge recent American bombings of Iraqi targets and in return Iraq offered him a safe haven and gave him blank Yemeni passports.
[emphasis added]

Turki al-Faisal also enjoyed a conspicuously brief tenure as Saudi ambassador to the United States from July 2005 until December 11, 2006. This is especially the case considering that his predecessor, Prince Bandar bin Sultan, worked in the same post for 22 years. Evidently, even the bottom feeders in Foggy Bottom didn't have the stomach for this double dealer.

But one thing is for certain: given the cast of characters and the organizations involved, it strains credulity to think that Western intelligence services had never heard of Anders Behring Breivik before July 22, 2011.

Given the presence of Prince Turki al-Faisal in this multinational intelligence mish mash, red flags should have been flying all over the place.

8/16/2011 8:30 PM
Zenster said... 3

Also of extreme interest are some excerpts from a Gulf News article that is curiously no longer available online:

Osama bin Laden's Al Qaida network, whose operatives have used fraudulently obtained passports for international travel, has acquired stolen blank Saudi passports, the FBI said on Wednesday.

In its weekly intelligence bulletin to local law enforcement officials, the FBI said the unissued Saudi passports are authentic and have key security features that allow them to pass routine examination.

"Numerous Al Qaida terrorists have also carried Saudi passports issued in the Holy Capital, another term for the city of Makkah," the FBI said...

… "Until recently, passports from Saudi Arabia have also been vulnerable to misuse ... because they were easily acquired under false pretense and were relatively easy to forge," the FBI said.

"Nearly one-third of the Saudi passports confiscated from suspected terrorists and examined by U.S. authorities show signs of fraudulent issuance or alteration."

The FBI said new Saudi passports first issued in early 2002 incorporated features designed to hinder alteration. The blank passports Al Qaida acquired were from the new "E-series."
[emphasis added]

While Turki al Faisal's position as head of Saudi Military intelligence expired before the new E-series passports were distributed, it is quite possible that whatever network he may have originated or supported was still in place inside the Saudi intelligence organization during 2002.

Again, just one more red flag that should have snared the attention of intelligence operatives working this case.

As always, Baron, some splendid work teasing out the convoluted trail of breadcrumbs left in Breivik's wake.

8/16/2011 8:35 PM
Christendom Forever! said... 4

I wasn't able to read the entire article (really short on time right now), but what I did read was outstanding. Excellent work-up on the Breivik case.

8/16/2011 9:28 PM
wadingacross said... 5

How utterly ironic concerning Breivik and how unsurprising concerning intelligence agencies. It's par for the course on both counts.

8/16/2011 9:51 PM

Antisemitismus aktuell: extremistische Nazis, extremistische Islamisten, Israelkritik und viele Lehr
parisi1

Ist eine “undifferenzierte” Neuseelandkritik OK? - 

Eine Kritik des Berichts des „Expertenkreises Antisemitismus“

Von Dr. Clemens Heni, Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Knapp siebzig Jahre nach der Reichspogromnacht beschloss der Deutsche Bundestag am 4. November 2008 die Bundesregierung darum zu bitten, „Antisemitismus verstärkt weiter zu bekämpfen und jüdisches Leben in Deutschland zu fördern“.

Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde als Teil dieses Beschlusses die Einrichtung eines vom Ministerium des Innern betreuten „unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus” vereinbart, der regelmäßig über Antisemitismus in Deutschland berichten soll.

Schon rund elf Monate nach Verabschiedung des Bundestagsbeschlusses nahmen die Experten unter der späteren Leitung von Dr. Juliane Wetzel (ab November 2010, zuvor war Martin Salm einer der Leiter), Historikerin und Kunsthistorikerin an der TU Berlin, und des Historikers Professor Peter Longerich, University of London, die Arbeit auf. Die Mitglieder des „unabhängigen Expertenkreises“ sind in alphabetischer Reihenfolge:

■ Aycan Demirel, Mitbegründer und Leiter der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus,Berlin

■ Dr. Olaf Farschid, Islamwissenschaftler und wissenschaftlicher Referent bei der Senatsverwaltung für Inneres, Berlin

■ Elke Gryglewski, Haus der Wannseekonferenz, Berlin

■ Prof. Dr. Johannes Heil, Leiter der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

■ Prof. Dr. Peter Longerich, University of London,Holocaust Research Center

■ Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Politikwissenschaftler und Soziologe an der Fachhochschule des Bundes, Brühl

■ Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), Berlin (Ende 2010 aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden)

■ Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäischjüdische Studien, Potsdam

■ Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Senior Research Fellow bei der „European Foundation for Democracy“ in Brüssel

■ Dr. Juliane Wetzel, wissenschaftliche Angestellte am Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin“

Nun liegt nach weiteren zwei Jahren der erste Bericht des „Expertenkreises“ vor, der zu dem Schluss kommt, dass Antisemitismus in Deutschland zwar kein Randgruppenphänomen sei, aber:

 „In Deutschland bestehen auf den unterschiedlichen Ebenen von Staat und Gesellschaft gute Voraussetzungen für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. Es muss künftig um die Optimierung und den abgestimmten Ausbau beziehungsweise die Ergänzung vorhandener Strukturen gehen.“

Im Folgenden wird an vier Punkten eine erste Kritik an diesem Bericht formuliert.

1) Problematische Grundannahmen über heutigen Antisemitismus

Was sagt der „Expertenkreis“ zu Antisemitismus? Der Bericht postuliert gleich zu Beginn:

„Nicht jede einseitige oder undifferenzierte Kritik an Israel ist jedoch antisemitisch.“

Aha, das ist neu. Zwar ist meines Erachtens „Israelkritik“ wie auch „Neuseelandkritik“ oder „Venezuelakritik“ grundsätzlich möglich, aber doch eigentlich nur differenzierte Kritik. Wer würde „undifferenziert“ Neuseeland oder Venezuela kritisieren wollen?

In dem Bericht des „Expertenkreises“ wird stattdessen „undifferenzierte“ „Kritik an Israel“ (Neuseelandkritik oder Venezuelakritik werden natürlich nicht erwähnt, da es diese Begriffe gar nicht gibt) als irgendwie ‚koscher‘ betrachtet und dem Ressentiment gegen den Judenstaat Tür und Tor geöffnet. Das hört sich an wie eine Handlungsanleitung für die ARD-Tagesschau oder für Spiegel-Online: „undifferenzierte Kritik an Israel“ kann völlig OK sein, so die Experten. Angeblich kein Hauch von Antisemitismus.

Daher gibt es in dem Bericht auch keine Analyse z.B. der Israelberichterstattung in deutschen Medien wie Spiegel-Online oder der Tagesschau. Weiter schreibt der Bericht:

„Rechtsextremistische Organisationen sind aus historischen und ideologischen Gründen nach wie vor der bedeutsamste politische Träger des Antisemitismus.“

Nun: Dem Rechtsextremismus werden laut Bericht und Verfassungsschutz „26.000 Anhänger“ zugerechnet. Hier sei ein Blick in die offiziellen Zahlen alleine bezüglich des organisierten (!) Islamismus geworfen. Demnach haben islamistische Organisationen in Deutschland weit mehr Mitglieder, nämlich „36.270“ (Stand: 2009), wie der weltweit erste und vom Thinktank American Foreign Policy Council in Washington D.C. herausgegebene World Almanac of Islamism im Juli 2011 in seinem Abschnitt zu Deutschland schreibt.

Da könnte man bereits stutzig werden, wenn der Bericht der Experten vollmundig behauptet, schon aus „historischen und ideologischen Gründen“ seien „rechtsextremistische Organisationen“ „der bedeutendste Träger des Antisemitismus“, denn empirisch sieht es womöglich ganz anders aus. Wenn aber die Wirklichkeit althergebrachte Vorurteile über die Irrelevanz islamistischer und extremistischer Muslime erschüttert? Was tun? Leugnen, abwiegeln und den Blick wo anders drauf richten, scheint das Motto der Experten zu sein, die das mit „historischen und ideologischen Gründen“ untermauern.

Wenn also Organisationen wie die türkische Milli Görüs in Deutschland mehr Mitglieder hat (28.000) als alle rechtsextremen Parteien, Vereinigungen, Gruppen und Organisationen zusammen, wie glaubwürdig ist dann so ein Befund? Wie der Politikwissenschaftler Dr. Johannes Kandel in seiner Anfang 2011 publizierten Studie „Islamismus in Deutschland“ nachweist, ist der Antisemitismus gerade bei der islamistischen Organisation Milli Görüs ein zentraler Aspekt. Kandel ist seit 1999 Referatsleiter der Berliner Akademiegespräche/Interkultureller Dialog in der Politischen Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin und ein bundesweit bekannter wissenschaftlicher Kritiker des Islamismus und Antisemitismus. Doch der Experten-Bericht zitiert ihn kein einziges Mal. So als sei das ein läppischer Annex wird in dem Bericht zwar der Antisemitismus u.a. bei Milli Görüs thematisiert, ohne diese Erkenntnisse jedoch einzubetten in eine Analyse des antisemitischen Gefahrenpotentials in Deutschland generell, speziell bei Muslimen. Die seit Anfang 2011 bekannten Erkenntnisse des Forscherkollegen Kandel werden ignoriert. Da die abgelegensten und teils (vor allem für den Untersuchungsgegenstand) unbedeutenden Studien und Texte zu Antisemitismus in dem Bericht aufgeführt werden, aber aktuelle Forschung häufig komplett ignoriert wird, ist das ein schwerwiegender und ebenso offenkundiger wissenschaftlicher Fehler (siehe unten). Die Studie von Kandel findet sich nämlich in so gut wie jedem gut sortierten Buchladen.

Apodiktisch setzt der Bericht: die Gefahr des Antisemitismus stehe primär und grundsätzlich rechts. Dabei leugnet ja niemand ernsthaft die Gefahr, die von den Rechten ausgeht, doch sie ist marginal, wenn man nur die Rechten anschaut. Über die „Salonfähigkeit der Neuen Rechten. ‚Nationale Identität‘, Antisemitismus und Antiamerikanismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1970 – 2005: Henning Eichberg als Exempel“ habe ich promoviert. Doch es wäre naiv, wenig wissenschaftlich und politisch problematisch nur die Rechten als Gefahr zu sehen. Sie sind es nur begrenzt bzw. viele ihrer Ideologeme sind längst in den Mainstream diffundiert, sind salonfähig geworden. Der Antisemitismus findet sich also seit vielen Jahren im Mainstream, bei Linken, Liberalen und Islamisten, und dazu auch bei den Rechten, doch letzteres überrascht ja nun wirklich niemanden.

In dem Bericht werden immer wieder mal Internetquellen zitiert, die zuletzt 2002 oder 2003 eingesehen wurden, sprich: da verwerten die „Experten“ ihr veraltetes Material einfach noch einmal, ohne für diesen Bericht erneut und aktuell zu recherchieren.

Für den Bericht vertrauten die „Experten“ nicht ihrem „Expertenwissen“ und haben sich vier „Expertisen“ von fünf ‚noch besseren Experten‘ anfertigen lassen, von Werner Bergmann („Antisemitismus in Deutschland“, Berlin 2010“), Albert Scherr („Verbreitung von Stereotypen über Juden und antisemitischer Vorurteile in der evangelischen Kirche, Freiburg 2011“), Mathias Blum („Katholische Kirche und Antisemitismus, Berlin 2011“) und Andreas Zick/Beate Küpper („Antisemitische Mentalitäten. Bericht über Ergebnisse des Forschungsprojekts Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland und Europa, Universität Bielefeld 2010/11“).

Ein breiteres Blickfeld ergab sich dadurch nicht, denn es wurde z.B. keine Expertise zu muslimischem Antisemitismus angefragt. Dafür aber zu evangelischem und katholischem Antisemitismus und zum äußerst problematischen und den Antisemitismus relativierenden Konzept „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF), demzufolge Antisemitismus so etwas wie die „Abwertung von Langzeitarbeitslosen“ oder so etwas wie „Islamophobie“ sei, um nur zwei der mittlerweile 10 Kategorien für diese GMF zu benennen. Diese Auswahl von vier Expertisen des gleichen Spektrums ist voreingenommen und lässt keine vom Mainstream der Wissenschaft abweichende Meinung zu.

Bergmann ist sicher ein typisch deutscher Forscher zu Antisemitismus und besonders als Autor einer „Expertise“ zu heutigem Antisemitismus für den Bericht des „Expertenkreises“ geeignet; der Publizist Henryk M. Broder kommentiert:

 „Der Soziologe Werner Bergmann, Professor am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, schreibt in einem kürzlich erschienenen Beitrag für eine wissenschaftliche Publikation:

«Im historischen Vergleich mit der Zeit vor 1945, aber auch mit den letzten 60 Jahren in Deutschland oder den meisten anderen europäischen Ländern, war Antisemitismus gesamtgesellschaftlich wohl selten so sehr an den Rand gedrängt wie heute.»

Das ist zweifellos richtig. Verglichen mit der Zeit vor 1945, geht es den Juden in Deutschland richtig gut. Sie müssen keinen gelben Stern tragen und nicht befürchten, deportiert zu werden; sie können sich ihren Sitzplatz im Zug selbst aussuchen.“

2) Herangezogene Literatur und Wissenschaftlichkeit der Studie

Besonders auffallend sind die Leerstellen in dem Bericht bei der zitierten Literatur. Manche Platzhirsche werden mit sehr vielen Werken zitiert, völlig egal wie unbedeutend sie für die Analyse des heutigen Antisemitismus (in Deutschland) sein mögen. Einige internationale Forscher werden zitiert (wie Esti Webman, das Stephen Roth Institute oder Dina Porat), aber der weltweit bedeutendste, mehrfach preisgekrönte und auch in Deutschland sehr bekannte Forscher zu Antisemitismus, Prof. Robert S. Wistrich, Leiter des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) und Professor für europäische und jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, taucht nicht auf. Dabei wird z.B. Webman mit einem älteren Text (von 1998) über die Hamas und Hizballah rezipiert – ein Thema, das Wistrich (auch) in seiner umfassenden Studie „A Lethal Obsession“ von 2010 ebenso behandelt und in die gesamte Geschichte des Antisemitismus einbettet. Dieses Buch und die gesamte Forschung von Wistrich in einem solchen Bericht zu ignorieren wäre so, als ob jemand eine „Geschichte der Physik in den Jahren 1900–1925“ schreiben würde, ohne Albert Einstein auch nur zu erwähnen.

Weitere nicht nur in Deutschland bekannte Wissenschaftler und Kritiker des (muslimischen) Antisemitismus werden völlig ignoriert, keiner von ihnen wird zitiert (in alphabetischer Reihenfolge): Clemens Heni, Jeffrey Herf, Johannes Kandel, Necla Kelek, Matthias Küntzel, Richard Landes, Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers, Daniel Pipes, Bassam Tibi, um nur einige zu nennen.

Auch viele bekannte Journalisten wie Richard Herzinger oder Clemens Wergin, sowie Blogs werden nicht zitiert (gleichwohl wird auf Facebook und das „Social Web“ sehr wohl Bezug genommen), obgleich sich dort häufig hervorragende und wichtige Kritik am Antisemitismus findet (Beispiele sind LizasWelt.net, tw24.net, SpiritofEntebbe, Achgut.com, haolam.de, juedische.at oder z.B. auch honestlyconcerned.info etc.). Andere Internetquellen werden hingegen sehr wohl herangezogen, sprich: Der Expertenkreis weiß, dass es das World Wide Web gibt, scheut jedoch die Auseinandersetzung mit Seiten, die sich kritisch mit dem (muslimischen, linken, rechten, elitären, gesamtgesellschaftlichen, etc.) Antisemitismus befassen.

Eine wichtige Kritik am heutigem Antisemitismus und der Genese des arabischen und muslimischen Antisemitismus ist sicherlich die Studie „Jihad und Judenhass“ von Matthias Küntzel aus dem Jahr 2002. Küntzel hat auch 2002 die wohl erste (Teil-) Übersetzung ins Deutsche der antisemitischen Charta der Hamas publiziert.

Doch wie wird stattdessen in dem Bericht des BMI die Charta der Hamas rezipiert? Über ein Buch der antiisraelischen Hetzerin und Arafat-Freundin Helga Baumgarten.

Auch sonst fällt bei der rezipierten Literatur auf, dass hier keine „unabhängigen“ Forscher am Werk waren, sondern Promotingagenturen (Demirel, Heil oder Longerich zitierten ihre Leute, Wetzel die ihren, Schoeps wieder andere etc. etc.). An einem breiten kritischen Überblick über den Stand der Forschung zu Antisemitismus (in Deutschland) haben sie kein Interesse und die Bundesregierung demnach auch nicht. Die ausgewählte Literatur wirkt so, als habe es ein Casting gegeben: wer Antisemitismus beschreibt oder herunter spielt, passt – wer hingegen analysiert und luzide Kritik übt und auf internationalem Niveau agiert und die enorm große Gefahr des heutigen Antisemitismus betont, passt nicht.

Die Nichtthematisierung der Versäumnisse und die Fehlgriffe der eigenen Wissenschaftszunft sind darum eigentlich nicht verwunderlich. Dennoch sei erwähnt, dass im „Handbuch des Antisemitismus“, Band 2/1 „Personen“, 2009 (herausgegeben von Wolfgang Benz), Katajun Amirpur das Märchen vom „Übersetzungsfehler“ bezüglich der Rede des iranischen Präsidenten Ahmadinejad über die Vernichtung Israels noch einmal verbreiten durfte. In dem Bericht des BMI wird Ahmadinejad zwar richtig zitiert, aber was bringt das, wenn die junge (mittlerweile) Professorin Amirpur und das ZfA-Handbuch nicht (selbstkritisch) erwähnt werden? Im Gegenteil taucht wenige Fußnoten nach dem Ahmadinejad-Zitat in dem Bericht der Hinweis auf jenes Handbuch des Antisemitismus auf und Benz bleibt ein unangefochtener ‚Held der Forschung‘.

Ähnlich verhält es sich mit der Analyse von islamistischem Antisemitismus in Deutschland. Zwar wird z.B. das antisemitisch-islamistische Portal „Muslim Markt“ in dem Bericht kritisiert, doch die Unterstützung für Muslim-Markt durch eben jenen ehemaligen Leiter des ZfA Wolfgang Benz (dessen langjährige, von 1991–2011, Kollegin Juliane Wetzel eine der beiden Sprecherinnen des „Expertenkreises“ ist), der den Antisemiten im November 2010 ein sehr freundliches Interview gab, wird verschwiegen.

Es bleibt der fade Beigeschmack, dass wesentliche Forscher, die öffentlich bekannt sind für ihre Kritik am Antisemitismus (in Deutschland) und die Kritik am Iran oder am gepflegten deutsch-iranischen Verhältnis üben, gezielt nicht beachtet werden. Mit Steuergeldern bezahlte Forschung zeigt somit der Öffentlichkeit ein ziemlich unausgewogenes, schiefes und falsches Bild über den Stand der Forschung, gerade auch zum Thema des muslimischen Antisemitismus, der deutsch-iranischen Beziehungen oder der deutschen Islamforschung zum Antisemitismus.

Eklatant ist ebenso die Literaturauswahl und Fokussierung bei der Abhandlung der proisraelischen „Antideutschen“ im BMI-Bericht. Jene werden als tendenziell gewalttätig dargestellt und über agitatorische Texte rezipiert und dabei kommentarlos Bücher z.B. des problematischen Unrast-Verlages aus Münster zitiert. Mehr noch: bei der Darstellung des links-autonomen, antiimperialistischen Antisemitismus schreibt der Bericht ernsthaft:

 „Als bekanntes Beispiel dafür steht eine Parole, die Mitte der 1980er-Jahre von Autonomen auf ein besetztes Haus in der Hamburger Hafenstraße gemalt wurde: „Boykottiert ‚Israel‘. Waren, Kibbuzim + Strände. Palästina – das Volk wird dich befreien [...]“. Folgende Gesichtspunkte sprechen möglicherweise für einen antisemitischen Hintergrund: Das Existenzrecht Israels wird mit den Anführungszeichen in Zweifel gezogen, die Boykottforderung erinnert an die NS Parole „Kauft nicht bei Juden“, und die Anrufung des Volkes offenbart nationalistische Prägungen.“

Dieser linke Antisemitismus, der für einen Israelboykott agitierte, spreche also nur „möglicherweise für einen antisemitischen Hintergrund“. „Möglicherweise“! Man muss sich bei solchen Worten vergegenwärtigen, dass 10 Experten, darunter renommierte Professoren und wissenschaftliche Angestellte mit jahrzehntelanger Erfahrung, diesen Bericht geschrieben haben.

Weiter heißt es bezüglich der „Antideutschen“ und ihrer Kritik am antiimperialistischen und autonomen Antisemitismus und dem Islamfaschismus, der en passant auch thematisiert wird, aber als Begriff im gesamten Bericht gar nicht auftaucht:

 „Deshalb stehen die „Antideutschen“ eindeutig auf der Seite Israels und sehen in den islamistischen und nationalistischen Gegnern Israels die fortschrittsfeindliche und reaktionäre Verkörperung eines neuen Antisemitismus und Faschismus im Nahen Osten. Da die Mehrheit des Linksextremismus eine antiisraelische und proarabische Grundposition im Sinne des Antiimperialismus vertritt, musste es notwendigerweise zu heftigen Debatten und Vorwürfen kommen. Letztere gipfelten darin, dass die „Antideutschen“ den „Antiimperialisten“ eine judenfeindliche Ausrichtung vorwarfen. Unter dem Deckmantel von „Antizionismus“ und „Israelkritik“ offenbare sich nach dieser Lesart ein „neuer Antisemitismus“. Damit wurde die antiimperialistische Mehrheit von der antideutschen Minderheit zumindest indirekt in die Nähe des „Faschismus“ gerückt, was im linksextremistischen Lager zu einer Konflikteskalation bis hin zur Gewaltanwendung führte. Die inflationäre Verwendung des Antisemitismusvorwurfs spielte dabei eine bedeutende Rolle: Die „Antideutschen“ erklärten nahezu jedes Abweichen von einer unbedingten Solidarität mit Israel für einen Ausdruck von Antisemitismus, womit aber die eigentlichen ideologischen Gründe für die Einstellung der „Antiimperialisten“ verkannt wurden.“

Wie schön und wissenschaftlich, dass die Experten die „eigentlichen Gründe“ der „Antiimperialisten“ kennen – womöglich aus eigener Erfahrung? Jedenfalls wird hier die Analyse des Islamfaschismus, wie er sich historisch z.B. im Judenhass des Großmufti von Jerusalem, Muhammad Amin al-Husaini, zeigte, der von den Nationalsozialisten finanziell unterstützt wurde, im Radio im faschistischen Italien und in Deutschland Propaganda machte und aktiv am Holocaust beteiligt war, und gegenwärtig insbesondere in der Ideologie des Iran, der Hamas, der Hezballah und vieler Imame und Autoren (wie auch deutsch-türkischer Internetuser, die zu Hunderten im Mai/Juni 2010 Pro-Holocaust Statements auf Facebook posteten), die einen Vernichtungsantisemitismus gegen Israel und die Juden propagieren, sich zeigt, einfach nur abgewehrt. Es könne so etwas wie einen „neuen Antisemitismus und Faschismus im Nahen Osten“ demnach gar nicht geben, nur böse, proisraelische „Antideutsche“ würden davon reden. In der Forschung zum Islamfaschismus sieht es jedoch ganz anders aus, es ehrt die Antideutschen geradezu, in welcher Galerie sie auftauchen: bereits der Holocaustüberlebende Simon Wiesenthal sprach 1947 von der Nähe des Großmufti zu den Nazis bzw. den Achsenmächten, später und bis heute haben sich auch Nahost-, Islam- und Antisemitismusforscher wie Manfred Halpern (in den 1960er Jahren), Walter Laqueur, Daniel Pipes, Martin Kramer, Josef Joffe, Robert S. Wistrich und andere mit dem Islamfaschismus kritisch beschäftigt. Kein Wort davon in dem Expertenbericht, der die internationale Forschung einfach ignoriert.

Antiimperialistische Israelfeinde werden hingegen vor (antideutscher) Kritik in Schutz genommen, da es eine „inflationäre Verwendung des Antisemitismusvorwurfs“ gebe – eine Formulierung, die an Martin Walser, Jürgen W. Möllemann oder Martin Hohmann erinnert, von denen sich die Autoren doch so gern abgrenzen wollen.

Fazit: Kein einziger der Experten scheint sich mit der jahrzehntealten internationalen Diskussion über den Islamfaschismus auszukennen. Eher werden Ressentiments gegen in Deutschland hörbare Kritiker des Islamfaschismus generiert und mit Steuergeldern verbreitet.

3) Schweigen zu den deutsch-iranischen Beziehungen

Während der Bericht den Antisemitismus im Iran analysiert und kritisiert, verliert er kein einziges Wort über die auch in Deutschland hörbare öffentliche Kritik am iranischen Antisemitismus, der durch die deutsche Wirtschaft, Kultur und Politik massiv unterstützt wird. Kein einziger Text beispielsweise von Benjamin Weinthal, einem international bekannten Journalisten, der u.a. als Korrespondent der Jerusalem Post in Deutschland arbeitet, oder anderer hörbarer und mitunter erfolgreicher NGO-Gruppen, die die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen scharf kritisieren, wie Stopthebomb, Réalité EU, das Simon Wiesenthal Zentrum, The Israel Project werden erwähnt. Das Thema wird komplett negiert. Dabei sind die politisch-ökonomisch-kulturellen Beziehungen zum Iran zwar weltweit ein Topthema, nicht jedoch für die deutschen Experten der Bundesregierung. Möglicherweise meint der Expertenbericht, der Antisemitismus werde beim Dialog mit dem antisemitischen iranischen Regime nur „bedingt“ gefördert, wie bei der Imagination, das offensichtliche Schulhof-Schimpfwort „Jude“ sei „bedingt“ antisemitisch, weil allermeist nicht direkt ein Jude direkt angesprochen sei, wie der Bericht schreibt.

4) Der Bericht verharmlost den Antisemitismus in Deutschland

Bevor ich mich dem Resümee des Berichts widme, sei noch eine weitere Leerstelle erwähnt. Der Bericht verliert kein Wort zu einer weiteren europäischen Zukunftsform des Antisemitismus, wie er sich in der „Prager Erklärung“ von 2008 wieder findet, in der der „Kommunismus“ und der „Nationalsozialismus“ auf eine Ebene gestellt werden, der Holocaustgedenktag 27. Januar zugunsten des 23. August (1939), als der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen wurde, als gesamteuropäischem Gedenktag de facto abgeschafft werden soll. Mit verantwortlich dafür: der ehemalige Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck. So etwas kann in der ebenfalls unerwähnten traditionsreichen Vierteljahreszeitschrift TRIBÜNE nachgelesen werden. Weite Teile der internationalen Diskussion über sekundären Antisemitismus, Holocaust-Trivialisierung und antisemitische Vergleiche der Shoah mit den unterschiedlichsten historischen und gegenwärtigen Phänomenen, wie sie z.B. der Antisemitismusforscher Dr. Manfred Gerstenfeld vom Jerusalem Center for Public Affairs (JCPA) oder ich selbst seit Jahren untersuchen, werden in dem Bericht der Bundesregierung ausgeblendet.

Das Resümee ist bezeichnend für den ganzen Bericht des „Expertenkreises“:

 „Eindeutig hat dieser Bericht das rechtsextremistische Lager als nach wie vor wichtigsten Träger des Antisemitismus in Deutschland benannt. Dieser Befund wird insbesondere durch die Tatsache unterstrichen, dass mehr als 90 Prozent aller antisemitischen Straftaten durch Täter begangen werden, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden.“

Sind denn deutsch-iranische Wirtschaftsbeziehungen generell, wie auch die (mögliche) Lieferung von Material, das im Zweifelsfall für eine Atombombe direkt oder indirekt benötigt wird, nicht Ausdruck von Antisemitismus, wenn man die Holocaustleugnung und die Vernichtungsdrohungen des iranischen Regimes ernst nimmt und nicht nur deskriptiv darstellt wie in dem Bericht?

Es gab in der Geschichte der Bundesrepublik keine einzige große (mit mehren Tausend Teilnehmern) Neonazi-Demo, auf der lautstark „Tötet die Juden“ gerufen wurde. Zudem wurde von den zumeist muslimischen und arabischen Antisemiten auf den Demos „Tod, Tod Israel“, „Kindermörder Israel“, „Juden raus aus Palästina“, „Jude, Jude feiges Schwein“ gerufen. Im Januar 2009 gab es solche von muslimischen Organisationen durchgeführte und von ganz normalen deutschen Muslimen und anderen antiisraelischen Hetzern besuchten Demos jedoch sogar gleichzeitig in verschiedenen Städten in Deutschland (u.a. in Berlin, Duisburg, Frankfurt am Main). Die Demonstrations-Ordner von „Milli Görüs“ waren entzückt, als die Polizei (!) in Duisburg der Hetze der Masse nachgab und die Wohnung von Studenten stürmte und zwei Israelfahnen konfiszierte.

Sind die oben zitierten Zehntausende Muslime demnach kein Ausdruck von muslimischem Antisemitismus? Vielmehr werden solche Demonstrationen geradezu lapidar erwähnt, ohne sie für sich genommen einzuordnen:

 „Einschlägige Reaktionen auf Demonstrationen zum Al-Quds-Tag, zum Libanonkrieg 2006 oder zum Gazakrieg 2009 zeigen, dass dieser Ideologietransfer nicht allein zu mobilisieren vermag, sondern dass die antisemitischen Deutungsmuster der Islamisten komplexe politische Sachverhalte erklären und sich hier insbesondere bei arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen verfestigen.“

Ganz ähnlich verhält es sich mit der sog. Gaza-Flottille und dem Schiff Mavi Marmara. Es wird zwar die Berichterstattung türkischer Zeitungen in Deutschland dargestellt, aber kein Wort zur sonstigen Berichterstattung oder zum skandalösen Bundestagsbeschluss vom 1. Juli 2010 verloren.

Dann wird der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, als angeblich großer Kritiker des Islamismus und Antisemitismus vorgestellt, weil er sich zurecht gegen den türkischen antisemitischen Hetzfilm „Tal der Wölfe – Irak“ wandte. Gleichzeitig liest man natürlich nichts zu  einem problematischen Text von Özdemir vom 27. Mai 2011 in der FAZ, in dem er der Agitation gegen Henryk M. Broder und Ralph Giordano des FAZ-Feuilleton-Chefs Patrick Bahners ganz grundsätzlich zustimmt. Bahners hatte die Kritik von Broder und Giordano am antisemitischen Islamismus mit der antisemitischen Hetze von Heinrich von Treitschke („Die Juden sind unser Unglück“) auf eine Stufe gestellt.

Der Bericht der „Experten“ resümiert:

 „Offen ist in diesem Bericht hingegen die Frage geblieben, ob und inwieweit der von extremistischen Islamisten auch in Deutschland propagierte islamistische Antisemitismus unter den hier lebenden Muslimen verbreitet ist. Angesichts fehlender empirischer Untersuchungen ist damit eine genauere Gefahrenabschätzung zurzeit nicht möglich und bleibt als wichtige Aufgabe künftiger Forschungen bestehen.“

Muslime also dürfen solche antisemitischen Parolen rufen und werden nicht einmal in die Statistik aufgenommen, denn sonst würde niemals herauskommen, dass 90% der antisemitischen Straftaten von Rechtsextremen begangen würden. Und offener Aufruf zum Mord an Juden ist eine Straftat, auch wenn die Polizei und der Staatsschutz (Verfassungsschutz) weghören oder/und keine Ermittlungen aufnehmen. Man sieht: Statistiken sind unseriös und haben mit kritischer empirischer Forschung und analytischer Einordnung häufig rein gar nichts zu tun.

Es sei also laut dem Bericht des Expertenkreises „offen“, ob (!) es in Deutschland überhaupt von Muslimen verbreiteten „islamistischen Antisemitismus“ gebe, der zudem nur von „extremistischen Islamisten“ verbreitet würde. Aufgrund der erwähnten antisemitischen Massendemonstrationen alleine von Januar 2009 ein groteskes „ob“.

Was sind darüber hinaus eigentlich „extremistische Islamisten“? Etwas anderes offenbar als ‚normale‘ Islamisten. Dabei ist Islamismus bereits eine antisemitische, zudem natürlich die Scharia predigende Ideologie. Das Adjektiv „extremistisch“ behauptet, es könne auch ‚moderate‘ oder ‚harmlose‘ Islamisten gebe: das ist eine Chimäre.

Kein Wunder, dass in dem Bericht auch nur angepasste, unkritische Islamwissenschaftler wie Gudrun Krämer, Michael Kiefer oder Götz Nordbruch herangezogen werden und jede Kritik an den Leerstellen und problematischen Positionen der deutschen Islamforschung (wie sie z.B. in meiner Studie Schadenfreude. Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11, publiziert im August 2011, zu finden ist) unerwähnt bleibt.

In obigem Zitat stellen die „hier lebenden Muslime“ geradezu einen Gegensatz dar, der per se keine Schnittmenge mit „extremistischen Islamisten“ aufweisen könne. Wie passt dies jedoch mit den bereits erwähnten gut 37.000 bekannten und organisierten Islamisten zusammen? Sind das keine Muslime? Alle islamistischen Organisationen fördern und verbreiten Antisemitismus, in unterschiedlichem Maße (Hezballah, Hamas, die Muslimbrüder, die Islamischen Zentren (Iran-hörig), die türkische Milli Görüs, al-Qaida-Ableger und andere).

Die zurecht gut beobachteten Neonazi-Demonstrationen würden sich aus Angst vor Strafverfolgung kaum trauen dermaßen offen aggressiv antisemitisch zu agieren. Vor allem werden Neonazis von der Presse kaum so geduldet oder verniedlicht, wie das bezüglich linker oder muslimischer Israel- und Judenfeinde oft der Fall ist.

Eine große Leerstelle in dem ganzen Bericht ist die Verharmlosung des Antisemitismus in der öffentlichen wie wissenschaftlichen Debatte in den letzten Jahren. Vor allem deutsche Journalisten und Forscher sind dabei Teil des Problems. Kritik an antisemitischen Muslimen ist nicht willkommen. Maßgeblich für die Abwehr jedweder substantiellen Kritik am islamistischen Antisemitismus und für das Propagieren der Rede von der fantasierten „Islamophobie“ sind hingegen federführende deutsche Antisemitismusforscher. Es ist kein Zufall, dass die oben aufgeführten internationalen Forscher, die sich trauen Kritik am islamistischen Antisemitismus zu üben, diffamiert werden. Dafür mit verantwortlich ist die Expertin Juliane Wetzel, die wie ihr langjähriger Chef Wolfgang Benz, der Kollege Werner Bergmann und alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität Berlin (TU)

– wie die bezahlte Mitarbeiterin an dem Bericht der „Experten“: „Seit März 2010 arbeitet Frau Dr. Miriam Bistrovic als „Freie Mitarbeiterin des Expertenkreises“, um die Koordinatoren zu unterstützen, Rechercheaufträge der Experten zu erledigen, organisatorische Fragen zu klären und die Koordination des Berichts zu terminieren“ –

seit Dezember 2008 mit ihrer Tagung „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ dafür sorgen, dass Kritik am islamistischen Antisemitismus diffamiert wird und Kritiker des Antisemitismus als „Hetzer mit Parallelen“, „Panikmacher“ oder „Aufklärungsfundamentalisten“ bezeichnet werden.

Da eine Lehrbeauftragte des ZfA, Frau Bistrovic, als einzige (bezahlte) Freie Mitarbeiterin den Bericht offenbar zusammengestellt bzw. koordiniert hat, kommt dem ZfA bei all den Mängeln (wie der Literaturauswahl und den thematischen Blickwinkeln) in dem Bericht eine herausgehobene Stellung zu. Doch verantwortlich sind natürlich alle Experten, Einrichtungen und Organisationen, die für diesen Bericht mit ihrem Namen einstehen.

Der Bericht arbeitet an vielen Stellen unkritisch und bezieht sich nicht auf den aktuellen Stand der nationalen wie internationalen Forschung zu Antisemitismus, Islamismus und Deutschland.

Auch all die antizionistischen, Israel gezielt falsch darstellenden und den arabischen und muslimischen Judenhass derealisierenden deutschen Medien kommen kaum vor; dabei ist für den als „Israelkritik“ getätschelten antizionistischen Antisemitismus die Berichterstattung von ARD (TV und Radio), ZDF, den anderen TV-Anstalten sowie Medien wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die FAZ, die taz, Die Zeit, Spiegel (Online), die Welt, der Tagesspiegel etc. etc. zentral. Doch lediglich die Junge Welt, ein tatsächlich besonders krasses, aber auch marginales antisemitisches Hetzblatt, wird als Beispiel für heutigen Antisemitismus namentlich kritisiert.

Darüber hinaus wird z.B. ausgerechnet eine Arbeit über Medien und Judenbild herangezogen, die 1989 endet, aktuelle Studien (wie Dissertationen) über Antisemitismus in der politischen Kultur in Deutschland bis 2005 werden hingegen ignoriert (und das obwohl solche Studien in der ausgewählten Bibliothek des Zentrums für Antisemitismus (ZfA) stehen).

Der Bericht schweigt zu dem antiisraelischen Bundestagsbeschluss vom 1. Juli 2010, mit dem sich fraktionsübergreifend alle Parteien erstmals gegen Israel stellten, während die Teilnahme von zwei Bundestagsabgeordneten an der „Gaza-Flottille“, die eine selbst von den Vereinten Nationen als rechtmäßig eingeschätzte Seeblockade Gazas brechen wollte, hingegen goutiert wurde. Das Verbreiten antisemitischer Propaganda auf deutschen Buchmessen wird erwähnt, aber die noch viel gefährlicheren deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen bleiben außen vor.

Vor diesem Hintergrund ist der Bericht nicht nur politisch höchst fragwürdig, auch wissenschaftlich weist er bereits bei einem ersten genaueren Blick eklatante Mängel auf. Weder werden deutsche Politiker, Unternehmer oder Theaterleute und ihr Kooperieren mit dem islamistischen Regime aus Teheran kritisiert, noch werden die Wissenschaft wie die Islamforschung, Nahostforschung und auch Antisemitismusforschung und ihr Versagen bei der Kritik des Islamismus und Antisemitismus vor allem seit dem 11. September 2001 untersucht. Wichtige Forschungsliteratur aus USA, Israel, Deutschland und anderen Ländern wird schlicht ignoriert. Es erweckt den Eindruck, dass der Bericht keine genuine Forschungsleistung unabhängiger Forscher ist, vielmehr hat er den Charakter einer heutzutage immer beliebter werdenden Auftragsarbeit, hier des Deutschen Bundestags und der Deutschen Bundesregierung.

Bleibt die Frage: Wird es eines Tages auch einen kritischen Bericht zu Antisemitismus geben? Einen, der die kritische nationale wie internationale Forschung einbezieht, zudem selbstkritisch und reflektiert Deutschland und seine politischen Aktivisten (solange sie keine Rechtsextremen sind), Politiker, Elite, Forscher, Medien, Großunternehmer, Aktionäre und Mittelständler etc. nicht a priori entlastet?

 

 

 

Quelle:

clemensheni.net/2011/11/12/neuseelandkritik/


Das Arschloch S. Gabriel und die Synagoge, die die Araber in eine öffentliche Toilette verwandelten
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Gabriel macht ein Fass auf

Kevin Zdiara

In den letzten Tagen verursachte Sigmar Gabriel mit einer Äußerung zu Israel für eine kurze, aber teilweise heftige Diskussion. Er hatte via Facebook mitgeteilt, dass Israel in Hebron ein „Apartheid-Regime“ führe. Er betrachtete dies als einen berechtigten Beitrag innerhalb der Grenzen erlaubter Kritik am jüdischen Staat. Die Probleme damit sind, dass seine Aussage den Fakten widerspricht, eine vollkommen verkürzte Darstellung der Lage darstellt und er schließlich mit dieser Wortwahl gefährliche deutsche Ressentiments gegen den jüdischen Staat bedient werden.

Zwar ruderte Gabriel, der sich selbst als Freund Israels bezeichnete, nun wieder ein wenig zurück, aber doch nicht ganz. Und so als wolle er antisemitische Verschwörungstheorien über eine „Juden-Lobby“ bedienen, merkte der SPD-Vorsitzende an, dass er bereits mit Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland gesprochen habe. Man fragt sich, warum? Was hat Graumann mit Gabriels dümmlichen Ausspruch zu tun. Eine einfache Entschuldigung und eine Rücknahme seiner Äußerung wären ausreichend gewesen.

Seine Versuche die Formulierung richtig zu stellen, waren ebenfalls nicht gerade dazu angetan, seinen Wortlaut zu revidieren. Er erklärte sie und blieb damit implizit bei dem Begriff „Apartheid“, mit dem er Israels Vorgehen in Hebron beschrieb. In weiteren Statusmeldungen versuchte Gabriel seine Formulierung zu „erläutern“:

„Ich halte die aktuelle Siedlungspolitik für falsch. Ich halte die Verhältnisse in Hebron für unwürdig. Beides würde mich nicht so bewegen, wenn ich nicht ein Freund Israels wäre (um mal diesen pathetischen Begriff zu wählen). Wir tun weder uns noch unseren Freunden in Israel einen Gefallen, wenn wir unsere Kritik immer nur in diplomatischen Floskeln verstecken.

Die Situation für die Palästinenser in Hebron ist in der Tat schrecklich. Faktisch werden ihnen elementare Bürgerrechte vorenthalten. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, dort mal hinzufahren und sich von den internationalen Beobachtern führen zu lassen. Auch Soldaten der israelischen Armee, die wir dort getroffen haben, finden die Verhältnisse unerträglich. Behinderten Kindern wird mit ihren Müttern der freie Ausgang aus ihrem Haus in den eigenen Stadtteil nicht gewährt, nur weil sie Palästinenser sind. Demgegenüber wird aus den USA stammenden Siedlern mit wirklich extremen politischen Ansichten gestattet, aus ihren Häusern Abfälle und gefährliche Gegenstände auf die palästinensische Bevölkerung zu werfen. All das – um nur einige Beispiele zu nennen – hat für die palästinensische Bevölkerung im Gebiet Hebron einen rechtsfreien Raum entstehen lassen. Die Berichte der internationalen und neutralen Beobachter (TIPH) machen schlicht und ergreifend zornig.

Israels große Reputation, der einzige demokratische Staat im Nahen Osten zu sein, wird dadurch unterminiert. Für mich ist klar: Israel hat das Recht seine Existenz zu schützen und gerade wir Deutschen haben jeden Grund, das zu unterstützen. Heute und in Zukunft, denn Israel ist der einzige Staat der Welt, dessen Nachbarn sein Existenzrecht in Frage stellen. Meine Freunde spüren das seit Jahren täglich im Kibbuz Magen an der Grenze zu Gaza, wo die israelische Bevölkerung seit Jahren durch Raketenangriffe aus den palästinensischen Gebieten terrorisiert wird.

Aber das ist keine Rechtfertigung für die Fortsetzung einer Siedlungspolitik, wie man sie speziell in Hebron erlebt. Und das darf nicht dazu führen, dass wir es uns selbst verbieten, die Fehler der israelischen Regierung zu kritisieren.“

Gabriel zitiert Einzelfälle und schließt aufs Ganze. Die Mutter mit ihrem Kind wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit der freie Ausgang nicht aufgrund ihrer palästinensischen Herkunft verwehrt, wie Gabriel mutmaßt. Es liegt vielmehr die Vermutung nahe, dass diese Familie in der Nähe zu Juden wohnt und es sich deshalb um eine sicherheitssensible Wohngegend handelt, was der Mutter wahrscheinlich egal ist, für eine genaue Beschreibung und Einschätzung der Lage aber eben nicht. Genaueres würde man beispielsweise von den israelischen Behörden erfahren, wenn sich Gabriel die Mühe gemacht hätte, dort nachzufragen und nicht nur seinen „internationalen Beobachtern“ blind glauben würde. Die Lage vor Ort ist so komplex, dass ein Besuch an einem sonnigen Nachmittag im März nicht reicht, um sie zu verstehen. Doch Gabriel hat nicht nur sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht, sondern eine Wertung vorgenommen, so als wüsste er bereits, wie der Hase läuft.

Der Chef der deutschen Sozialdemokratie hat sich mit seinen „Beobachtungen“ eindeutig auf einer Seite positioniert. Wie er in seiner ersten „Klarstellung“ zu seiner unerhörten Äußerung zugab, formulierte er lediglich die Sichtweise der Palästinenser. Es war kein Versehen, dass er israelische Politik mit der südafrikanischen Apartheid gleichsetzte, sondern ihm war genau dieser Begriff eingefallen, als er durch Hebron ging. Es ist unverständlich, warum er jetzt zurückrudert. Hat sich sein Urteil geändert? Nein, überhaupt nicht. Gabriel ist, wie er schreibt, weiterhin zornig. Und er glaubt auch nur, dass seine Formulierung zu Missverständnis geführt hat, nicht, dass seine Verwendung dieses eindeutig belegten Begriffs ein Missverständnis seinerseits gewesen war. Er glaubt immer noch nicht, dass Apartheid schlichtweg das falsche Wort war, um die Lage in Hebron zu beschreiben. Das ist der eigentliche Skandal.

Zugegeben, es fällt schwer, zu einer anderen Einschätzung zu kommen, wenn man sich lediglich von einer Seite informieren lässt. Wer sich im Internet zu Hebron umtut, der wird schnell auf Videos stoßen, in denen Palästinenser beleidigt oder bespuckt werden, man sieht Netze, die über die Fußwege gespannt sind, weil die in den höheren Stockwerken wohnenden Juden ihren Müll einfach auf die Straße werfen, wo Palästinenser wohnen. Man sieht unsägliche Graffitis, wo gefordert wird, Araber ins Gas zu schicken und in manchen Videos kommen sogenannte Siedler zu Wort, die zumeist ziemlich abstruse, teilweise rassistische Thesen von sich geben. Das liefert ein ziemlich einseitiges Bild von der Lage in Hebron und nicht anders verhält es sich, wenn man eine Tour durch Hebron mit einer der zahllosen Nichtregierungsorganisationen (NGO) macht. Diese Stadt in der Westbank ist mittlerweile zum Zentrum von NGOs geworden, die lediglich ein Ziel haben: israelisches Unrecht zu dokumentieren. Es gibt nicht eine einzige Organisation, die sich palästinensischen Steinwürfen auf Juden, Scharfschützenattacken und antijüdischen Drohungen widmet.

In Gabriels unverzeihlichem Ausspruch gehen aber noch weitere Fakten unter. So zum Beispiel, dass 80% von Hebron unter palästinensischer Verwaltung stehen (Zone H1), wo das israelische Militär kein Zugang hat und wo kein einziger Jude lebt bzw. leben darf. 1998 übergab Israel die Verantwortung für diese Gebiete an die palästinensische Autonomiebehörde (PA), behielt aber die Hoheitsgewalt über die Bereiche, in denen Juden wohnen (Zone H2), schlichtweg deshalb, weil die PA nicht sicher stellen kann, dass die paar hundert Juden in Frieden dort leben können. So kann Gabriel im palästinensischen Teil Hebrons natürlich keine Apartheid beobachten, weil es dort keinen nicht einen einzigen Juden gibt, es ist ein ethnisch gereinigtes Gebiet.

Die Situation für die Juden, die im israelisch verwalteten Teil Hebrons wohnen, ist geprägt durch offene Feindseligkeit und Gewalt gegen sie. Seit der Übernahme der Westbank durch Israel im Sechs-Tage-Krieg kam es regelmäßig zu Anschlägen und Gewalt gegen die Juden in Hebron, egal wie diese sich verhielten. Es begann mit einem Granatenanschlag auf friedliche Pilger im Jahr 1968 und es folgten zahlreiche tödliche Angriffe gegen die jüdische Bevölkerung in Hebron bis heute.

Es ist richtig, ab den 1980ern kam es auch zu Mordanschlägen durch jüdische Terroristen, die schließlich im Massenmord an 29 Palästinenser durch den jüdischen Fanatiker Baruch Goldstein ihren traurigen und erschütternden Höhepunkt fanden. Was aber Goldsteins abscheuliche Tat vergessen macht, ist, dass Juden mindestens genauso von Terror betroffen waren. Wenn man sich die Jahre seit den Madrider Friedensverhandlungen ansieht, dann kommt man auf die Zahl von mindestens 37 ermordeten Juden und das bei einer Zahl von gerade einmal knapp 600 jüdischen Bewohnern in Hebron. Die zahlreichen Verletzten seien an dieser Stelle einmal ausgeklammert. Man muss kein Mathegenie sein, um zu sehen, dass das eine ziemlich hohe Ratio ist.

Gerade nach dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 nahmen die Angriffe gegen Juden stark zu. Damals waren die Juden in der Altstadt Hebrons täglicher Gewalt ausgesetzt. Vor allem von den Hügeln schossen palästinensische Scharfschützen auf die jüdischen Bewohner. Besonders erschreckend war die Kaltblütigkeit, mit der die palästinensischen Terroristen hierbei vorgingen. So erschoss im März 2001 ein Mitglied der Fatah nahestehenden Tanzim-Miliz mit einem Präzisionsgewehr vom gegenüberliegenden arabischen Viertel Abu Sneinah die zehn Monate alte Shalhevet Pass in ihrem Kinderwagen vor dem Haus ihrer Familie.

Es gibt dutzender solcher Vorfälle, die die Besucher Hebrons nicht kennen und von denen sie auch nichts wissen wollen. Und während das israelische Kernland seit dem Bau des Sperrzauns mit bedeutend weniger Terror zu kämpfen hat, befinden sich die Bewohner Hebrons nach wie vor in einer kriegerischen Zone. 2010 wurden in Hebron 5 Israelis ermordet und im letzten Jahr ein Vater und sein 1jähriger Sohn. Erst am 8. März dieses Jahres versuchte ein durch den Gilad Shalit Deal freigekommener Palästinenser einen israelischen Soldaten in Hebron zu erstechen.

Wenn nun Menschen wie Gabriel so tun, als seien die Maßnahmen, die die israelische Regierung in den jüdischen Vierteln Hebrons vornimmt, nur dazu da, um die palästinensische Bevölkerung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft zu schikanieren, der ignoriert schlicht diesen Terror und die Gewalt gegen die dortigen Juden.

Was aber an Gabriels Formulierung vor allem aufstößt, ist seine Vorstellung, dass Hebron eine israelische Siedlung sei. Das verrät eine Geschichtsvergessenheit, die schon beinahe kriminell ist. Denn es ist eine Unverschämtheit, Hebron als illegale israelische Siedlung zu bezeichnen. Zum ersten Mal wird Hebron um 1720 v. Chr. erwähnt und war bis 1929 durchgehend jüdisch besiedelt, damit gilt es als eine der ältesten jüdischen Städte überhaupt und mit dem Grab der Patriarchen befindet sich dort eine der heiligsten Orte des Judentums.

Erst das Massaker von 1929 führte dazu, dass alle jüdischen Familien Hebron verlassen mussten. In den folgenden Jahren kehrten vereinzelt wieder Juden nach Hebron zurück, die arabischen Aufstände von 1936-39 führten aber erneut dazu, dass die wenigen Juden flüchten mussten. Dennoch fühlten sich auch danach eine Handvoll von jüdischen Familien nach Hebron gezogen. Vorerst endgültig endete das jüdische Leben in Hebron nach dem arabischen Krieg gegen den neugegründeten Staat Israel im Jahr 1948. Danach war es Juden untersagt in Hebron zu leben oder auch nur an das Grab der Patriarchen zu pilgern. Außerdem wurde das jüdische Viertel durch die jordanische Verwaltung dem Erdboden gleichgemacht, der jüdische Friedhof geschändet und die historische Avraham Avinu Synagoge (gebaut im Jahr 1540) zu einer öffentlichen Toilette und einem Tierstall umgewandelt.

Dieser Zustand hielt 19 Jahre an und erst im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs von 1967 konnten wieder Juden nach Hebron kommen. Zunächst handelte es sich nur um Pilger, doch bereits 1968 ließen sich die ersten Juden dauerhaft in Hebron nieder und seitdem wohnt eine überschaubare, aber standhafte Zahl von größtenteils stark religiösen Juden in Hebron. Sie wohnen hauptsächlich im ehemaligen jüdischen Viertel Hebrons, in der Nähe der wiedererrichteten Avraham Avinu Synagoge (unmittelbar angrenzend befindet sich noch die Siedlung Kiryat Arba, mit knapp 6000 Juden, die aber nicht in den Stadtgrenzen Hebrons liegt).

Wie nun westliche Politiker, Journalisten oder Aktivisten auf die Idee kommen, dass Juden dort nichts zu suchen hätten, weil sie in der über 3000 Jahre währenden jüdischen Präsenz in Hebron ganze 19 Jahre nicht dort leben durften, beziehungsweise, dass diese Juden Siedler seien, ist vollkommen unverständlich. Gabriel spielt mit seinen Behauptungen das Spiel von Israel- und Judenhassern mit und liefert einem fortgesetzten Terror gegen die jüdische Bevölkerung Hebrons damit ganz buchstäblich die Munition.

Ebenso bedenklich ist aber, dass Sigmar Gabriel mit seinen Äußerungen auch ganz bewusst in Deutschland weitverbreitete Fehlurteile bezüglich des Nahostkonflikts aufgreift. Denn, wie eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung im letzten Jahr bekannt gab, glauben 47.7% der Deutschen, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt. Diese Einschätzung hat nichts mehr mit Kritik an irgendeinem Fehlverhalten der israelischen Regierung zu tun, sondern sie speist sich aus einem Ressentiment gegen den jüdischen Staat, den man in eine Reihe mit Nazi-Deutschland stellt.

Offenbar ist man in weiten Teilen Deutschlands davon überzeugt, dass Israel unmoralisch und letzten Endes illegitim ist. Wenn nun Gabriel davon spricht, dass Israel ein Apartheidregime führe (und es spielt keine Rolle, ob er sich nur auf Hebron bezog oder nicht, weil er es ja Regierungspraxis Israels betrachtet), dann schlägt er in diese Kerbe und bedient den deutschen Stammtisch. Wer die Kommentare auf Gabriels Facebook-Seite einen Tag nach der skandalösen Äußerung beobachtet, der sieht, dass die Ablehnung seiner Äußerung einer großen Zustimmung gewichen ist. Man beglückwünscht Gabriel dazu, endlich mal die Wahrheit gesagt zu haben und gegenüber der „Juden-Lobby“ Rückgrat gezeigt zu haben.

Gabriel hat mit seiner Aussage einer Art der antisemitischen „Israelkritik“ die Tür geöffnet, die bis dato in den Spitzen der deutschen Politik nie öffentlich geäußert wurde. Es könnte sich einmal zeigen, dass Gabriels Worte einen neuen und keineswegs positiven Abschnitt in den deutsch-israelischen Beziehungen eingeläutet haben, vor allem wenn er wirklich der nächste Kanzler werden sollte.


Sicherstellen das Blasphemie gegen den Islam illegal und als Mißbrauch der freien Rede gesehen wird.
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A report on His Excellency, Professor Ekmeleddin Ihsanoglu’s speech to the Australians

 

I had the pleasure of witnessing Professor Ekmeleddin Ihsanoglu’s speech today (15 February 2012) to the Australian National Press club.

His Excellency spoke in support of his struggle to make expressions of Islamophobia a criminal offence in Australia, as it is under Sharia in Saudi Arabia, Afghanistan, Somalia, Yemen, Pakistan, and Iran.

His Excellency, the Professor, is Secretary General of the splendid body known as the Organisation of Islamic Cooperation, based in the Kingdom of Saudi Arabia. Saudi Arabia is a noted defender of human-rights; with exceptions in relation to some small, unworthy categories of women, homosexuals, Shiites, Christians, Baha’i, Hindus, heretics, democrats, non-Arabs, free-thinkers, writers, artists, atheists, Zoroastrians, witches, infidels, polytheists, Jews, non-royalty, agnostics, foreigners, blasphemers, former-Muslims and other non-Muslims. We would do well to listen with due reverence to the lessons the Saudis can impart, if we value our way of life.

I present, below, a report of the significant themes of His Excellency’s authoritative lecture to the abusers of human rights in Australia. Believers, of course, need no explanation of the necessity of punishing free expression of belief and disbelief, but His Excellency was not preaching to the converted in secular Australia. It was with mind-boggling delight and wonder that I listened to his Excellency lecture Australia on human rights.

His Excellency supports True Sharia, rejects False Islam, and is a Doctrinal Opponent of Islamophobia

Questioned as to why several Australian Muslims have taken up violence in Australia in support of Islam, His Excellency confessed himself at a loss, but concluded with confidence that such people must be followers of a type of false Islam preached there.

His Excellency did not state whether Islamophobia in relation to “false Islamists” would still be permissible in Australia, under the censorship regime he demanded. His Excellency did not have time to set out the basis for his expertise in distinguishing false Islamists from the true ones. Certainly, that skill would allow him to put an end to the devout sectarian violence that has afflicted the Islamic world since the death of the Prophet.

Neither did His Excellency have time to address the fact that the false Islamists in Australia adhere closely and faithfully to the words and deeds of the Prophet, and follow up their beliefs with actions to promote Sharia in the world, just like His Excellency. However, if Australia will simply follow His Excellency’s call, and criminalize action deemed offensive by Islam, the terrorists will have nothing more to agitate for.

His Excellency Praises Australia

His Excellency stated that one of the best places in the world for a Muslim to live is Australia. However, His Excellency has demanded that Australia needs to ensure that blasphemy against Islam is illegal, and is recognized as an irresponsible abuse of free speech.

(His Excellency must surely be aware that, unlike the Islamic word, secular Australia is one of the most accommodating places for people of any religion, or of no religion. His Excellency did not see fit to reflect on the Australian system of neglecting to privilege and reward the taking of religious offence. It’s really only Islam that seeks to do that, anymore, in Australia. Paradoxically, the pattern of refugee migration and migration by choice is now consistently from the nations where blasphemy is a crime, to the secular free world. In the free world, blasphemy is usually regarded as a victimless crime and state prosecution for it is mostly a memory. People are unaccountably tolerant of expressions of belief and disbelief in the free world.)

His Excellency is, of course, a scholar. He is, no doubt, fully aware that the backward, non-Islamic, secular world has, since the age of the enlightenment, mostly decided that laws against blasphemy run counter to the secular principles of liberty, freedom of religion, and free inquiry in the interests of truth and progress.

His Excellency is Outraged by Offences against Islamic Doctrine. (Non-Muslim human rights might warrant consideration, later.)

His Excellency was later asked what his organization was doing about the regular pattern of divinely-justified brutality against non-Muslims in the Muslim world – such as beheadings of Christians.

His Excellency answered with a palpable and icy indignation. However his answer was not, so far as I saw it, to condemn beheadings being justified in the name of Allah.

In fact, His Excellency first found it necessary to channel his righteous resentment into intoning at length on the following three gross manifestations of brutal Islamophobic abuse of Muslims, and in this order:

1.   Drawings purported to be of Muhammad were printed in 2005. The drawings were “nasty, ill-conceived and uncivilized” and offensive to him, much like Salman Rushdie, yet some people still dare defend “freedom of expression” without violence. His Excellency was not so immoderate as to be judgmental of the perpetrators of the widespread Islamic threats, violence, and murder in the wake of the drawings. Such responses were, I presume, rational, proper, devout and civilized reactions to nasty, uncivilized drawings.
2.   Switzerland has building restrictions on mosque minarets. (With gross violations such as that, this writer does not wonder that Switzerland is such a glaring morass of human rights abuses, in contrast to the world governed by Sharia.)
3.   It is outrageous that “so-called democracy” and Islamophobia allows people to treat Islam as if it were a political force that can be countered by political speech, through elections, and through democratic procedures in government. People who oppose Islam and would like to rid Australia of its influence actually, and amazingly, garner votes and seats in the current free democratic system. Endorsing Islam politically is admirable, but resisting it politically and peacefully should really be intolerable.

 

His Excellency did not identify any pattern of divinely-justified brutality against Muslims in Australia, carried out by Christians or atheists, and endorsed by their religious texts, in the period since the free world became secular.

 

Unfortunately, I did not get to witness His Excellency’s views on offensiveness of killing people who publish drawings, or of other beheadings, or of the fact that you can’t build a Christian church in Arabia, or be an atheist there, or express ambivalence about the Prophet without facing beheading as the Prophet requires. Neither did I see His Excellency condemn the proposition that Australia’s democracy, and freedom of belief and expression, should be made subservient to a religious creed. I will allow that His Excellency could possibly have made these condemnations, later, when I wasn’t watching.



Sharia and His Excellency Condemn the Worst form of Islamophobia

The sincerest expression of Islamophobia is the act of deciding that, even though one is born a Muslim, Islam is manifestly misguided, unjust, and repressive, and that one, therefore, can no longer remain a Muslim and must argue against it. Under Islamic law, and His Excellency’s creed, this conduct is the most serious crime. By Sharia and the command of the Prophet this conduct is correctly punishable by death, as all mainstream schools of Islamic scholarship, Sunni and Shia, agree.

 

Obeying His Excellency’s outraged religious requests will go a long way to turning back the libertarian principles of freedom of religion, freedom of belief, secularism and the enlightenment, and bring Australia into line with Islamic principles. Under this scheme, there will be no more ex-Muslims in Australia, and certainly none willing to state their views, beliefs, insights and reasons like the infidel Ayaan Hirsi Ali, and other fugitives.



Liberty Mistreats Islam as a Political Force, and Prevents the Flourishing of Sharia

With devout men like His Excellency, Professor Ekmeleddin Ihsanoglu in charge of the correct version of Islam, I can well understand why he believes Islamophobia needs to be punished by the state. If Islamophobia is not punished, free expression of belief or disbelief would mean that Sharia never gains its due ascendancy in any free nation.

 

The free expression of praise or condemnation as one’s will demands must be suppressed in support of Professor Ekmeleddin Ihsanoglu’s religion, as it was with the Catholic Church in the dark ages. Once free critique and Christophobic condemnation of that Church was no longer enforced by state power, all manner of liberties broke loose, as we well know.

 

The introduction of a state-enforced offence of Islamophobia will surely be necessary to the progress of Islam and Sharia to in all of the, as yet, un-Islamic free world. This progress, so successful during the Islamic military conquest of North Africa, the Middle East, Spain, and Persia for example, has sadly stalled since the middle ages.



The Islamic vision for the Free World

I look forward to an Australia where religio-political ideologies are privileged, no matter how much their essential scriptures mandate and support homophobic, xenophobic, gynophobic, and liberty-phobic causes. In this future Australia, such religio-political ideologies may be patronisingly praised and indulged for their cultural value and deep medieval wisdom, but never condemned. The dignity of their indignant messengers, self-appointed earthly representatives of God, recipients of the book, and superior to our earthly ideas and values, must be protected by law. Make fun of literally anyone else. Critique any other political cause, and any institution. But who would dream of making fun of God’s true agents, except an infidel madman? Let us hope Islam remains that unique religion that will never be subjected to free questioning, for all our sakes. A future Australia? We need only look to the example and demands of the Islamic world.



More opportunity for His Excellency

His Excellency, Professor Ekmeleddin Ihsanoglu, has been given a platform at Griffith University on Thursday, 15 February, 2012 in order to further advance his enlightened Islamic programme to a respectful and, no-doubt receptive audience of free-thinkers.

 

May free-thinkers and other infidels be prevented, God willing, from finding a like platform at any university in Saudi Arabia, Pakistan and Iran.



Apology

I apologise that, owing to fear of reprisal by the usual gang of violent and offended Christians, women, democrats, free-thinkers and secularists, I cannot identify myself by my full and true name. This is a sad, Islamophobic consequence of being a supporter of criminalizing freedom of belief and expression.

 

I do not want to be the victim of their inevitable violent, secular Islamophobic reprisals that will never be seriously condemned by their great priests and secretaries-general. I fear that perhaps Ayaan Hirsi Ali or Hamza Kashgari might even call for me to be deported to Switzerland to be decapitated.

 

Yours faithfully, and as God (of whom I am most surely a legitimate spokesperson and agent) wills,



Ibrahim Kashgari Voltaire-Smythe

Australia

A gentleman named Ibrahim Smythe sent us the following report on today’s visit to Australia by Ekmeleddin Ihsanoglu, the Secretary General of the Organization of Islamic Cooperation. Per the author’s request, I must note that I have corrected two typos, and inserted a comma and a colon where I felt they were needed. Otherwise the text is unedited.

http://gatesofvienna.blogspot.com/2012/02/accolades-for-ihsanoglu-in-oz.html


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